China Roadtrip 2016

Shanghai 10.06. - 12.06.16

Endlich können wir  meinen Bruder Thomas in China am Shanghai Pudong Flughafen abholen. Ich kann es kaum noch erwarten, ihm unsere vorrübergehende Heimat zu zeigen und schließlich haben wir einen ganz besonderen „Roadtrip“ in die Provincen Qinhai und Sichuan mit dem Auto geplant. Natürlich wissen wir noch in keiner Weise was uns erwartet,

denn es ist unsere erste Autoreise in China.

Das Wochenende gehört Shanghai und den gemeinsamen Geschichten, die wir auszutauschen haben. Dass es regnet ist wunderbar, so sind wenig Leute unterwegs, als wir den Yu Yuan Garden, den Peoples Square, den Bund und die Fußgängerzone besuchen.

Definitiv können wir ihn schon direkt von der angenehmen Reisequalität in China überzeugen, als wir per Zug nach Hangzhou einfahren.

Hangzhou 12.06. - 15.06.16

Natürlich ist neben unseren Lebensumständen (die Wohnung, Besichtigung von HRS & der Sprachschule) eine Tour nach Downtown fällig. Mit dem Bähnchen geht es (wie immer :-)) am Westsee entlang und natürlich zum allerschönsten beeindruckenden Linyin Tempel.

Immer wieder eine Freude!!!

Unser Abendprogramm erstreckt sich übers Essen aller Köstlichkeiten hin zu unserer kleinen winzigen Kneipenkultur, die sich“ Mojito“ nennt und köstliches deutsches importiertes Bier zu guten Preisen hat. Natürlich geht hier schon das“ Sightseeing Thomas“ los, denn alle Bekannten und Freunde möchten ihn natürlich kennenlernen :-) !

Pingyao 15.06 - 16.06.16

Wenn man einen Eindruck bekommen möchte, was China einst war, ist Pingyao diiie Vorzeigestadt including Souvenirs, Restaurants und andere Annehmlichkeiten, auf die man ja ungern verzichtet. Pingyao erfüllt das, was man sich als Tourist von China so vorstellt.

Die Stadtmauer (6km, 10m hoch) ist beeindruckend und innerhalb der Old City gibt es verschiedenste Museen, die Wohneinheiten, Tempel und Gepflogenheiten von früher darstellen und die besucht werden können. Als frühere Handelsstadt und Stadt der ersten Banken begeistert uns mit am meisten die Wechselbank Xietongping. In einem unterirdischen Gewölbe lagern ganze Stapel von falschem Silber und Goldbarren, die auch erworben werden können.

Als Mantra bekommt man dann noch einen „Habe immer viel Geld“ Spruch mit, während man seinen Zahlschein mit dem Goldbarren in der Wechselstube tauscht.

Viel Kleinkunsthandwerk und auch Essig gehören zu den Sehenswürdigkeiten der Straßen. Langeweile entsteht sicherlich keine, nur schmerzende Füße vom Gehen!

Aber auch hierfür gibt es Lösungen, nämlich einen der durchaus angenehmen Fußmassageläden der Stadt.

Xi`an 16.06. - 19.06.16

Zunächst verhaften wir Tom, Michas Arbeitskollegen vom Flughafen weg.

Er wird uns bis Xining begleiten.

Wir genießen 2 Tage Sightseeing Xi´an (Glocken-, Trommelturm; Moslemisches Viertel), besuchen natürlich die Terracottaarmee, wandern die schöne Stadtmauer entlang und genießen einen Abend Light- und Wassershow an der großen Pagode.

Highlight für das Nightlife ist der von uns entdeckte Biersupermarkt mit Importbieren zu fairen Preisen…

 

Xining/ Ping`an/ Huzhu 19.06. - 20.06.16

Der große Tag der ersten Automietung in China! Wir sind froh, dass Tom dabei ist, denn neben unterschiedlichen Aussagen der Autovermieter wäre eine Mietung ohne chinesische Kreditkarte nicht möglich. Ebenso natürlich der Vorteil der Kommunikation. Tom klärt alles für uns ab und schon kann es losgehen. Danke Tom!

Der Roadtrip beginnt, Führerschein haben wir ja und „Tsia män“ heisst volltanken, mehr brauchen wir ja erst mal nicht!!!

Das Fahren in Xining City stellt sich als kleiner Horror heraus, da wir ja nun doch, trotz vorheriger Verkehrsbeobachtung, nie Teilnehmer waren. Vorrausschauend fahren kannst du zwar versuchen, reinlassen tut dich jedoch niemand, ein Reissverschlussverfahren ist hier gänzlich unbekannt. Jeder drängelt überall rein deshalb am besten immer eine Hand an der Hupe haben. Langes, eindringliches Hupen mit gleichzeitigem Fahren ebnet den Weg!

Ein Hupkonzert vom Feinsten! Fenster runterkurbeln und sich als Ausländer zu erkennen geben geht übrigens auch! Wir wissen immer noch nicht, wie sie es machen….auf jeden Fall sehen trotz der für uns katastrophalen Fahrweise die Autos nicht so verbeult aus wie zB. in Paris oder Rom.

Auf jeden Fall geht auch jeder Horror mal vorbei und schon sind wir draußen aus der Stadt Richtung Huzhu zum Younding Tempel. Die ersten Gravelroads (Split) lassen Schlimmes ahnen. Gravelroad, gespickt mit Löchern, Baustellen und allen möglichen Verkehrsbehinderungen in Form von Autos (Wenden in 10 Zügen oder uuuuultra langsam), Tieren, Menschen, Staub etc.

Der Younding Tempel versetzt jedoch in eine andere Welt, eine buddhistische, in schönster Natur. Alle Eindrücke sind einfach nur schön und wir natürlich auch eine Überraschung für die Leute dort, die sich sehr über uns freuen :-).

Am Abend fahren wir unseren chinesischen Freund wieder zum Flughafen Richtung Hangzhou. Das war ein kurzes und schönes Wochenende zusammen!

Chaka Salt Lake/ Qinhai Lake 20.06 - 21.06.16

Über den Highway (beim Einfahren immer nur an den grünen Pfeilen einordnen, nicht am ETC Schild!) geht’s zum Chaka Salt Lake. Wir finden… viel Salz, Statuen, salzreichen Wind und eine "nicht von dieser Welt"- Atmosphäre.

Nach dem Besuch befinden wir uns bereits am ersten Pass und sind ganz stolz auf unsere 3817m, die wir erreicht haben.

Der Qinhai Lake, unser Abendziel, befindet sich in 3200-3600m Höhe und ist Chinas größter Salzsee mit 5694 qkm. Er beeindruckt mit seiner Weite und den mongolischen (?) Zelten, die überall zum Übernachten zur Verfügung stehen. Zunächst besuchen wir noch das Ufer, denn nicht überall soll der See zugänglich sein. Schon hier haben wir unseren Spaß mit all den Verkäufern, die natürlich in keinster Weise mit uns rechnen. Wir haben ein Quartier vorgebucht (in der Recherche sah es so aus, als gäbe es nur 2 Unterkünfte, haha…. ) und orientieren uns an den Km- Angaben am Straßenrand. Das Ergebnis: wir landen glücklicherweise bei den Nachbarn! Hier würden wir direkt bleiben ist unser Gefühl, alles ist unglaublich freundlich, Mensch, Tier, WC etc.! In unserem Quartier,- nicht das genaue Gegenteil, aber fast….vom knurrenden Hund bis zur ignorierenden Zeltherrin. Als wir erst mal essen statt einchecken sollen und dieses Suppengericht auch noch den 4- fachen Preis als gewöhnlich hat, ist alles klar, wir geben unser Geld woanders aus!!!

Heimlich wünschen wir uns eigentlich zu den Nachbarn und haben Glück! Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang winken sie uns tatsächlich heran und damit startet sicherlich einer der schönsten Abende der ganzen Reise. Soviel Gastfreundschaft und Freude die uns entgegenkommt sind ein Traum! Wir tanzen, trinken, reden (Übersetzer) bis tief in die Nacht und verabreden uns zum Verabschieden für den nächsten Tag.

Mit tatsächlich keinem Kater aber einem schönen Sonnenaufgang fahren wir zur vielbesagten Vogelinsel in Niao Dao. Tausende von Wildgänsen, Möwen, Kormoranen und Strandläufern sind angesagt, nur ist keiner zuhause, alle ausgeflogen! Scheint wohl schon zu spät in der Zeit…!

Dann eben wieder zu unseren vielgeliebten Nachbarn nochmal „Tschüß“ sagen und wieder zurück Richtung Xining.

Eines der ganz großen buddhistischen Klöster, das Gelugpa Kloster Kumbum (14-16. Jhdt.) in Huangzhong liegt da noch auf dem Weg…

hier leben nach wie vor Hunderte von Mönchen und ebenso viele Touristen!

Da wir schon gegen Abend hier sind, hält sich die Besucherzahl in Grenzen und der Besuch ist für uns eigentlich ein Genuss! Es gibt 9 geöffnete Tempel zu besuchen, alle unterschiedlich. Das Innere ist natürlich zum Teil bestaunenswert, aber es sind hauptsächlich die tibetischen Pilger, die den Besuch spannend machen. In einem Innenhof debattieren viele Mönche gleichzeitig, beklatschen oder abklatschen sich, ein noch nie gesehenes Ritual. An Tempeleingängen machen Tibeter ihre Verbeugungen oder laufen Mantra murmelnd um  die Tempel herum.

“ Om Mani Padme Hung“ sag ich da bloss, Mitgefühl für alle und natürlich auch für Einen selbst! Einen Medizinbuddha Segen nehmen wir uns auch noch mit, den können wir alle gut gebrauchen!

Ziemlich spät abends laufen wir in Guide ein. Unsere bisherige Reise hat sehr zwischen moslemischer und buddhistischer Bevölkerung gewechselt.

Die Städte scheinen überwiegend moslemisch!

Guide/ Lajia Si/ Huashixia 22.06 - 23.06.16

In Guide so sagt das Guiness Buch der Rekorde gibt es die größte Gebetsmühle der Welt!

Da wir angehende Gebetmühlendreher und –fans sind, können wir uns diese selbstverständlich nicht entgehen lassen. Dass Wetter ist schlecht,- gut für uns, denn dann sind weniger Besucher unterwegs.

Die Gebetsmühle ist 27m hoch mit einem Durchmesser von 10m, wiegt 200 Tonnen und wird mit Wasser betrieben. Zu dem Zeitpunkt unseres Besuches steht die Mühle still und was machen meine Helden??? Drehen erstmal eine Runde! Keiner hätte gedacht das Ding in Bewegung setzen zu können, aber es ist möglich. Ein ganz besonderer Moment!!! Stolze Helden !!! Echt cool!

 

Den Nachmittag befahren wir die S 101 auf der Hochebene und überqueren den ersten 4000m Pass. Überall Tibeterstände am Strassenrand mit Yakbutter, Yakyoghurt, Potenzwürmern etc.

Grüne Berge, ein wunderschöner roter Canyon, die S101 scheint die Route 66 der Qinhai Province

.

Gegen Abend erreichen wir Lajia Si/ Rabgya Gompa, bis hierhin war die Fahrt besser als gedacht!
Lajia Si ist ein wichtiger Ableger des Sera Klosters in Lhasa. Die Ansicht ist phantastisch und das Dorf bietet gute Möglichkeiten, sich mit allem einzudecken, was der Pilger so braucht (Mantrapapier, Räucherwerk, Verbeugungszähler, Thankas, Kleidung etc.).
Wir nehmen die erst aber nicht beste Unterkunft (die Toilette will keiner benutzen), das Auto ist gesaved („Aufpassen!“ sagen die Bewohner!) und essen gehen wir zu netten tibetische Didis

(tib.= Schwester), die sogar Wifi haben.

Aufstehen um 6 Uhr und los geht’s zum Tempel. So gut wir können gehen wir die Kora, natürlich büchsen wir hin und wieder wegen zu schönen Fotomotiven aus! ;-) !
(Kora= rituelle Umrundung eines buddhistischen Heiligtums, meisten als längerer Weg angelegt mit vielen Gebetsmühlen zum Drehen zwischendurch, verbindet die verschiedenen Tempel miteinander und kann schon mal 2-3 h dauern)

 

Weiterfahrt nach Marqin (=tib. Tawo, 3760m) am Nachmittag! Wieder geht es dorthin über einen Pass und diesmal sind wir ausgerüstet wie es sich für gute Autofahrer dieser Gegenden gehört….nämlich mit Mantrazettelchen, die am höchsten Punkt des Passes hohenbogens aus dem Fenster fliegen. Man komme uns nun bitte nicht mit Umweltverschmutzung! Jaaaa, ist es und wir haben Spaß dabei! Das nehmen wir uns heraus! Bringt nämlich den Fahrsegen aller Götter mit sich, den brauchen wir!!!

 

Nach Marqin ist Ende mit Route 66 und nun geht es endgültig in die Pampa!

Nachdem die eine Gravelroad als unpassierbar auf Dauer erscheint, geht’s nach ein paar Kilometern zurück und die andere entlang. Sicherlich definitiv die bessere Entscheidung!!!

Auch Mantrazettelsegen ist nur begrenzt :-) !

 

Auf 4677m erreichen wir unseren vielleicht höchsten Pass mit kurzen Blick auf den 6282m hohen Amnye Machen, den heiligen Berg von Amdo!

Eine Stupa Umrundung voller Glücksgefühlen trotz Atemnot beflügelt uns und wir setzen unseren 180km langen Gravelweg weiter fort, mit Murmeltieren, Geiern, Schlaglöchern, einem verpassten Pferdemarkt wegen Zeitnot und am Ende auch noch mit „Blechpech“!

„Hätte“ der Lkw sein Blech nicht verloren, „hätten“ wir auch nicht reinfahren können! Aber gut :-)! Gerade sitzen wir alle noch schön lethargisch im Auto und wünschen uns Teerstraße, da pfeift es ungehörig laut und sehr deutlich! Das macht fit! Ohne große Worte springen wir alle aus dem Auto und in Null Komma Nix ist der Reifen innerhalb kürzester Zeit gewechselt, Gepäck umgeräumt, alles Hand in Hand! Wir sind ein prima Team und haben alle denselben Gedanken: die letzten 30 km bitte kein Reifenplatzer mehr!!! Erschöpft, aber auch ein bißchen glücklich erreichen wir Huashixia (ca. 4300m Höhe). Dort hat man keinen neuen Reifen für uns, aber zumindest ein Bett zum Schlafen!

 

Die Nacht ist sehr unruhig für alle, die Höhe lässt grüßen. Wir sind keine Freunde des Schlafes über 4000 m und das werden wir noch häufiger feststellen.

Weg nach Yushu / Manimauer, Wenchen Tempel 24.6. - 26.06.16

Wirklich durch den Wolf gedreht, geht es am nächsten Morgen erst mal weiter nach Maduo in der Hoffnung auf einen neuen Reifen. Wir machen es wie alle anderen und fahren irgendwo eine Gravelroad hinauf. Dort sind wir tatsächlich auf einer Autobahn, die noch nicht fertig gestellt ist. Hier gehts ein bißchen schneller :-)!

In Maduo erfolgreicher Boxenreifenstopp (Yeah! Laßt den Tiger wieder aus dem Tank).
Weiter geht’s über unseren wahrscheinlich höchsten Pass auf 4829 m!
Wie das Glück es will, machen hier gerade zur selben Zeit 3 Minibusse Mönche ihre Pause und es kommt zu einem sensationellen und sehr lustigen Fotoshooting. Natürlich alles „Männersache“ aber ich kann in aller Ruhe und von außen die Situation genießen! Alle sind aufgeregt und überrascht! Sehr lustig!

 

In Xiewu finden wir leider nur das geschlossene, aber sehr idyllisch liegende Kagyükloster Duogan, dass wir trotzdem bewandern. Hier in Xiewu stehen die Ziegen noch auf der Straße und Dorfmittelpunkt ist ein buddhistischer Shop mit allem, was der Mönch so braucht!

 

Heute scheint übrigens Kagyütag…im weiteren Verlauf unserer Fahrt und kurz vor unsererm Tagesziel sehen ein altes vom Erdbeben beeinträchtigtes, leider nicht mehr zugängliches Kagyükloster und das dafür neuerbaute Donkha Monastry (Dang Ka Si) ein Dorf weiter.

(Kagyü ist neben Nyingma, Gelug & Sakya eine der großen Schultraditionen des tibetischen Buddhismus).

 

Die tibetischen fahnenbehangene Brücken deuten es an, wir sind nahe der Seng-ze-Gyanak Mani Mauer in Xinzhai Village.Eigentlich wollten wir nach Yushu zum Übernachten.

Nachdem wir jedoch die Atmosphäre hier wahrnehmen, sind wir einer Meinung! Wir bleiben hier und finden direkt am Platz auch eine wunderbare Unterkunft! Auto ausladen und eintauchen in die Kora der Pilger rund um die wahrscheinlich größte Manimauer ihrer Art. Sie stammt aus dem Jahre 1715 und soll mittlerweile aus  2.5 Mrd. Mantrasteinen bestehen. Nach dem schweren Erdbeben 2010 hat man sie wieder aufgebau. Ihr Anblick ist atemberaubend, die Atmosphäre treibt uns einfach nur ein „Freudestrahlen“ in unsere Gesichter! Toll!

 

Der nächste Tag hält ein ebensolches Highlight für uns bereit! Wir besuchen den Prinzessin Wenchen Tempel, ein kleines Tempelchen mit Bergkora drumherum, der im 7. Jhd. entstand. Die chinesische Prinzessin Wenchen bekehrte ihren Gemahl, den tibetischen König Songtsen Gampo zum Buddhismus und machten auf ihrem Weg von Xi´an nach Lhasa einen Monat lang hier „Halt“. Im Inneren ist Fotografieren verboten. Ein kleiner Raum mit heiliger Atmosphäre, einem Abbild des Königs und eines angeblich ohne Hände entstandenen Steinreliefs des Medizinbuddhas Vairacana/ Nampa Namse auf tibetisch. Das ganze Tal ist voller Fahnen und wir nehmen uns schön viel Zeit, diesen tollen Ort zu besuchen.

 

Auf dem Rückweg fallen wir noch in Yushu ein, das beeindruckend neu, modern und doch schön neu wiedererbaut wurde. Eine sehr große Touristeninformation thront in der Mitte des Ortes und sicherlich gibt es auch hier noch viel zu Entdecken. Ein andermal!

 

Zurück zur Manimauer zum letzten Rundgang und einem letzten Tsampafrühstück mit unserer Hostfamilie !

 

Ein Wort zu Tsampa: Tsampa ist geröstetes Gerstenmehl und wahrscheinlich DAS Grundnahrungsmittel der Tibeter. Ob in Indien, Nepal oder hier in China bereitet man einen Tsampabrei unterschiedlicher Konsistenz mit Tee und/oder Yakbutter, meist zum Frühstück oder als Zwischenmahlzeit. Das Schönste ist das „heilige“ Augenleuchten, das zu beobachten ist, wenn Tibeter von ihrem Tsampa sprechen. Ein heiliges Nahrungsmittel!!!

Yushu nach Manigange 26.06.16

Heute ist Fahrtag! 365 km in 9.5 Stunden! Wir sind natürlich schneller :-) !

 

Wir überqueren zunächst die Qinhai- Sichuangrenze und hattens uns fast schon gedacht.

Sichuan als reichere Provinz hat auch die besseren Straßen (zumindest die Hauptrouten :-) ).

 

Auf unserem Weg liegt Shershui mit seinem Shershul Monastry (1701 erbaut, größtes Gelugpa Kloster Khams) und wir haben Glück!

Ein Mönch öffnet uns den großen schönen Tempel, Fotoerlaubnis haben wir auch, was in der Regel nicht der Fall ist. Wir befinden uns wieder auf Hochebenen und fahren den ganzen Tag bis in den Bezirk Derge zum Dzogchen Monastry (1685 erbaut).

In Zhuqingcun (cun= Village) zunächst die wohlverdiente „Nudel“Pause!

Die Dzogchen Klostertradition ist eine Unterschule der tibetischen Nyingmatradition und zählt zu den 6 größten Nyingmaklöstern. Wie aus dem Märchen liegt es wunderschön von Bergen umrahmt und los ist auch nichts.

Wir exploren auf unsere Weise in Ruhe die Tempelanlage, finden viel tolle Sandmandalas versteckt in ihren kleinen Tempelhäuschen und die buddhistische Nase meines Bruders führt uns direkt in eine riesige Mönchsversammlung. Während ich als einzig Weibliche lieber vor dem Tempel den Mantragesängen der Tibeter lausche, geht Tom hinein. Große Überraschung beiderseits natürlich und ein Miteinander der letzten Minuten der Mönchgesänge! Nachdem sich die Halle lehrt, gibt es mal wieder eine deutsch tibetische Annäherung der ganz besonderen Art.

 

Letzer Fahrabschnitt des Tages ist der nach Manigange. Wir wollen noch bei Tageslicht den Xinluhai See (4017m) erreichen. Hier erleben wir einen wunderbaren Sonnenuntergang und einen Fleck Erde, der sicherlich für viele heilig ist. Eine Hammerszenerie läßt viele Pilger und Mönche  für Retreats hierher kommen! Kein Wunder!!!

 

Endlich wieder über 4000m übernachten in Manigange…!!!

Der Weg nach Sertar (und zurück :-))27.6. - 28.06.16

Nichts wie los am nächsten Morgen Richtung Garze/Ganzi, dass wir gegen Mittag erreichen. Das Wetter ist wechselhaft, die Stimmung bestens!

Das will sich später noch ins Gegenteil verkehren!!!

 

Nächstes Ziel ist Sertar oder auch Larung Gar, eine der größten buddhistischen Universitäten weltweit. Kurz hinter Garze geht’s in die Pampa, aber richtig! Übern Pass, Gravelroad bei Regen und Gewitter, wieder den Berg hinunter zur ersten Schranke! Wunderbar, man läßt uns ohne irgendwas problemlos passieren!!! „Nur 100 km gelöcherte Gravelroad“(6h) mit einem echten Höllenpass, ewig hoch und unbefestigt, durch schöne tibetische Dörfer aber auch an Nomadentribes vorbei…! Die Straße ist echt heavy und als das Navi 10 km bis zum Ziel anzeigt steigt die Stimmung. Eigentlich haben wir trotz wundervoller Gegend alle schon ziemlich die Nase voll vom Weg!

Jeder ist bereits geistig angekommen!

Als dann der „VoPo“ am nächsten Schlagbaum ankündigt hier gäbe es kein Durchkommen, wollen wir das zunächst gar nicht glauben!

Das kann jetzt echt nicht sein! Kein Zureden, Bestechungsversuch oder Überzeugungsarbeit per Translator, nichts hilft!

Nicht mal einen Schlafplatz gibt’s hier!

Foreigners not allowed to enter (Ausländer- kein Zutritt!!!!!!!)

Abends um 18 Uhr mit fast leerem Tank geht’s zurück! Das Einzige was man für uns tun kann sind 4 l Sprit aus der Colaflasche! Immerhin!

 

Ohhhhhhh, das schmerzt! Man beobachtet eine kleine, zunächst ziemlich stille Reisegruppe schweigend von dannen fahren! Krass-, damit hatten wir nicht gerechnet! Dass wir unglaublich Lust auf denselben Weg zurück haben brauche ich wohl an dieser Stelle nicht zu erwähnen!

Und nun geht’s darum, den anfänglichen Pass noch vor Dunkelheit zu erreichen! Den will keiner bei Regen und/ oder Dunkelheit fahren (es tröpfelt bereits!)

 

Helden des Tages….das sind wir, als wir nochmal zum kleinen Trost am höchsten Punkt des Passes einen Blick auf das ganze Bergmassiv geschenkt bekommen! Ein kleiner Trost! Dennoch glücklich, da zu sein wo wir gerade sind fahren wir die Passstraße heute zum 2. Mal hinunter!

„Dies wird eine Nacht im Auto“ wird ersetzt mit einem „Abend in Lhasa“, als wir tatsächlich noch beim allerletzten Licht einer Ansiedlung eine Bleibe für die Nacht finden und bei einem warmen Abendessen unter einem Lhasaposter sitzen!

 

Wenn nicht Sertar, dann halt Lhasa, haha, der Witz des Tages!!!

Danba und dieTürme von Suopo; Mount Yala, Bamei &"Huiyuan Tempel" nach Tagong  28.06 - 30.06.16

Anderntags nehmen wir den Shortcut zurück auf die G317. Dieser dauert dank der vielen Baustellen auch nochmal 2h und ist somit kein Shortcut jedoch eine echt sehenswerter Weg, der uns an versteckten 100 Stupas vorbeiführt.

 

In Luhuo angekommen geniessen wir erst mal ein wunderbares Frühstück und fahren Richtung Bamei. Heut scheinbar Stautag! Frech wie wir sind und gelernt haben zu sein, erdreisten wir uns an diesem vorbei zu fahren und ordnen uns relativ vorne mitein. Unser Glück, denn wir haben 2h zu warten bis es endlich weitergeht. Nur eine Baustelle!!!


Alle fahren Richtung Kanding, wir biegen nach Danba ab, in ein ewig langes schönes bergiges Tal, das uns von 3500n auf 1950m befördert! Jiaju, angeblich das schönste Dorf Chinas haben wir gelesen, ist unser Ziel.

Die Straße von Danba nach Jiaju verjüngt sich immer mehr, die Sonne senkt sich immer mehr und als es fast nicht mehr weiter geht und wir schon an unserem Weg zu zweifeln beginnen, treffen wir auf einem Stein sitzend „unsere Blume“ am Wegesrand! Die Dame hält noch ein kurzes Abendpläuschen mit ihrer Schwester! Gesucht und gefunden, unser neues Zuhause für eine Nacht!
Der Charakter unserer Blume…sehr hyperaktiv, weswegen sie mich noch am selben Abend zu ihrer Schwester macht, mich verkleidet und ich allen zu Ehren ein kleines Tänzchen wage ;-)!
Die Unterkunft ist wirklich sehr schön mit Ausblick in die Berge, vielleicht nicht das Schönste Chinas, jedoch gibt’s hier definitiv den besten „Tschinkajoe“, den selbstgebrannten Schnaps des Hauses, den wir auf unserer ganzen Reise getrunken haben!


Traumwetter und Traumtrip zu 700- 1200 Jahren alten Turmsilos nach Suopo am nächsten Tag! Auch hier wieder „Riesengeöttel und engste Straßen“ bis wir uns von einem Mopedfahrer leiten lassen, der uns direkt zu seinem Familienbesitz bringt. Haustürme waren Status, dienten als Silos und Orte für Rituale während die Stadttürme als Wachtürme dienten. Am Einbaum entlang kann man manche der 30-60m hohen Türme besichtigen.

 
Wir verlassen das tibetische Tal nicht noch ohne das kleine Dorf Dongguxian am Wegesrand besichtigt zu haben und erfreuen uns heute am Mt. Yala 5732m bei bester Sicht. Sicherlich auch ein toller Nationalpark, der eine Reise wert ist!

 

Kleine Abwege bringen uns zum Geburtsort des 11. Dalai Lama in Kezisi und dem kleinen Ihm zu Ehren gebauten sehr schönen Tempel, gefolgt vom Huiyuantempel, dem damaligen Sitz des 7. Dalai Lamas.
Der Huiyuantempel sei der Einzige vom chinesischen Gouvernment unterstützte Tempel in ganz China! Dementsprechend findet man hier auch chinesische Symbole wie z.B. den Drachen!

 

Unser geliebtes Bamei ist mal wieder verstopft und auch danach gibt’s nur Baustellen und Gravelroad bis wir abends Tagong (Lhagang) 3700m erreichen. Das erste Haus, das nach Hotel aussieht ist Unsers!!!

 

Noch einen kleinen Abendspaziergang? Ok…!
Die Sakya Klosterschule mit ihrem schönen Festplatz bereitet uns ein paar wundervolle, überraschende Abendstunden.

Thomas ist mal wieder Topmodel No 1 und alle haben ihren Spaß!

 

Tagong hat auch noch eine richtige Stadt! Diese Entdeckung überrascht uns bei der Abfahrt am nächsten Tag :-). Natürlich lassen wir uns einen Besuch im Kloster Lhagang nicht entgehen. Wir sind allerdings außerordentlich froh und zufrieden über unser ganz spezielles Tagongerlebnis am Vorabend!

Der Weg nach Bifengxia, Tianquan 30.06.16

Schon beim Verlassen Tagongs ahnen wir es, in Kanding ist es offensichtlich.

Wir haben die osttibetische Region Kham verlassen :-( !

Kanding schockiert uns bereits mit seinem Verkehr, hat jedoch noch tibetsches Flair. Die Straße Richtung Bifengxia/ Chengdu ist vollgestopft mit Verkehr und damit sind wir wieder in China! Scheibenwechsel und ein echter Kulturschock!


Mittendrin und am Ende des Tages stoppen wir in Tianquan!

Bei der Polizei müssen wir uns zunächst anmelden, um hier übernachten zu können. Überraschenderweise ist die chinesische Stadt Tianquan ganz idyllisch!

 

Der Weg nach Chengdu führt von hier nur über die G318!

Die Umgebung ist echt schön, felsige, grüne saftige Berge, jedoch die Straße mitsamt Verkehr ein Horror! Zwischendrin dann noch heldenhaft und vermummt diese armen chinesischen Fahrradfahrer auf dem Trip ihres Lebens!

Die G318 ist nämlich „die“ Straße von Shanghai über Lhasa in Tibet nach Kathmandu in Nepal!

Bifengxia und der Besuch der Pandas 01.07.16

Zurück zu Schönem! Angekommen in Ya`an kämpfen wir uns erst mal durch den Verkehr und weiter ins wieder grüne Bifengxia. Satte Bambuswälder überall! Im Naturpark selbst hilft und uns ein freundlicher Parkordner unsere schöne Unterkunft zu finden. Alles ein bißchen unübersichtlich hier! Wir haben die super Unterkunft mit super Essen und super Balkonabend "gezogen"!!!

Unser vorletzter Abend zu dritt!

 

Die Pandazuchtstation Bifengxia wurde 2008 nach dem schweren Erdbeben, das den ursprünglichen Wolong Panda Park schwer beschädigte, für den Tourismus ausgebaut und erweitert. Die Wege sind sehr begrenzt, Spaziergänge im schönen Gelände eigentlich nicht möglich. Ein Rundgang führt uns zu den Gehegen zur Besichtigung der Vorzeigepandas. Laut Karte ist der Park sehr groß und wir nehmen an, dass die über 100 Pandas, die hier leben hoffentlich ein schönes ruhiges Leben abseits von Besuchern führen.

Natürlich darf hier der Besucherpark drumherum nicht fehlen…

Brückchen, Wasserfällchen, Essenstände versüßen dem Besucher in dschungelartigem Grün den Besuch!

Leshan 02.07.16

Check in im Orange Hotel mitten in der Stadt Leshan, zum Glück mit Parkhaus!

Der Luxus hat uns wieder! Und wir die gewöhnten hohen Besucherzahlen an Sightseeing Spots!


Der gewaltigste Buddha der Welt (90 Jahre Bauzeit), 1200 Jahre alt und 71m groß, lädt zum Besuch ein!!! Gebaut zum Schutze der Schiffe im Jahre 723 n. Chr. sitzt er mächtig und erhaben an der Kreuzung des Min, Dadu &Qingyi Flusses in Leshan.

Da lohnt sich tatsächlich mal das Anstehen, um an der seitlich gelegenen Treppe die ganze Dimension dieses herrlichen Bauwerkes zu erfassen.

Die Schulterbreite umfasst 28m, die Ohren sind 7m lang, die Zehen ´8,5m groß!

Man kommt sich vor wie ein kleiner Wurm!

Na ja… und ist es auch :-) !


Nicht genug mit diesem beeindruckenden Monument! Rundherum im Park befinden sich zahlreichen Höhlen, Tempel und Gänge mit phantastischen Steinmetzarbeiten alter und neuer Zeit! Die Bilder sprechen Bände!!!

 

Ein gigantisches Erlebnis und definitiv eine der wirklichen Attraktionen Chinas!

Chengdu Airport 03.07.16

Der Sonnengott verläßt uns! :-(

Emei Shan 03.07. - 06.07.16

Aus dem Dreamteamtrio wird nun das Dreamgeschwisterduo und legt erst mal 2 Tage Fahrpause ein! Wir witzeln noch bei der Einfahrt nach Emeishan, als Umrisse des Berges schwach erkennbar sind:“mach mal schnell ein Bild“ und tatsächlich…

es soll das Einzige sein, das wir vom 3006m hohen Emei Shan diese Tage zu Gesicht bekommen.

 

Der Himmel weint berechtigterweise denn der wirkliche Sonnengott( Insiderwitz!) hat uns ja schließlich verlassen, unfreiwillig natürlich, denn die Arbeit ruft nach 2 herrlichen Reisewochen wieder!

 

Der Emei Shan ist einer der 4 heiligen buddhistischen Berge Chinas

(weitere:Putuo Shan, Wutai Shan, Jiuhua Shan) an dem der erste buddhistische Tempel im 1.Jh.n.Chr. errichtet wurde als der Buddhismus hier eintraf.

 

Ehrlich gesagt: wir geniessen uns und die Gegend trotz Regen, über den Berg können wir jedoch nicht sehr viel sagen!

Und außerdem: unsere buddhistische „Packung“ haben wir bereits hinter uns, die hier zu sehenden Tempel beeindrucken uns nicht mehr so sehr, sind sie doch eher auch taoistisch als buddhistisch!

 

Nach 3 Tagen Regen ist unser Auto sauber gewaschen und auf geht’s zu unserer gemeinsamen letzten Station!

Chengdu über Meishan 06.07. - 09.07.16

Die Autobahn Emei Shan- Chengdu sind wir nun mehrmals gefahren und jedesmal hat uns in der Mitte der Strecke diese schön verzierte Autobahnabfahrt mit ihren vielen braunen Schildern beeindruckt.

Braune Schilder zeigen generell Touristenziele an, verschwinden dann jedoch häufig im Wegesverlauf im Nichts oder verwandeln sich vielleicht in kleine chinesische Schriftzeichen, die für uns ja unleserlich sind.

Auf unserer Rückfahrt nach Chengdu bewähren wir uns noch einmal als „Braunschildjäger“ und besuchen bei strömendem Regen letztendlich den Sansouci- Park der Stadt Meishan als einzig gefundenes Ziel (eigentlich wollten wir auf einen ausgeschriebenen Berg!)!

Als „Braunschildjäger“ müssen wir uns also noch üben, immer wieder dasselbe Lied:

beschrieben, gesucht und nicht gefunden!!! :-)

 

In Chengdu sind wir dann wieder ganz “zuhause“! Wir haben uns im kleinen tibetischen Viertel eingemietet und streunen noch 2 Tage durch die Gassen mit ihren schönen tibetischen Läden und Restaurants und genießen Abendprogramm!

Alles Schöne geht einmal zu Ende und so ist Endshopping, Endpacking, eben alles mit End- angesagt…!

 

Trio, Duo, Single…als ich vom Flughafen Chengdu losfahre, will und kann ichs irgendwie gar nicht glauben, allein im Auto zu sitzen! Ganz schön leer hier drin!

Der Gedanke, nach unserem Superdreamteam jetzt noch eine Woche allein unterwegs zu sein um das Auto in Xining wieder zurückzugeben, ist erst mal ganz schön komisch, denn...

 

...es war sooo schön... !!!

Dujiangyan 09.07 - 11.07.16

In Dujiangyan findet man

 

das noch weltweit Einzige so funktionierende Bewässerungssystem seiner Art,

erbaut 300 v. Chr.!

 

10 000de Arbeiter formten aus wurmförmigen Bambuskörben gefüllt mit Steinen dieses System aus Schleusen, Kanälen und Wehren ohne Dämme, um den Fluß umzuleiten.

Ein architektonisches Meisterwerk des damaligen Präfekten Li Bing! Umgeben ist das ganze Gebiet von Bergen, Tempeln, Brücken, ein wirklich schöner Platz zum Lustwandeln!

 

Nach einer länger als gedachten Wanderung in diesem Gebiet lasse ich mich per braunem Schild (!) noch ins Pandavalley lenken. Die Natur ist wunderbar und wie es die Götter wollen, lande ich zufällig am Qingchen Shan. Kurzentschlossen bleibe ich hier, hier ists echt schön!

 

Seit 2000 Jahren ist der nur 1600m hohe Qingchen Shan ein spirituelles Zentrum der Taoisten. Überraschend viele Gingkobäume sind Bestandteil des dschungelartigen satten üppigen Grüns mit vielen Wanderwegen, Tempeln und dem kleinen See.

Leider besuche ich den mehr populären Teil Quian Shan, was allerdings eigentlich meinen Ansprüchen dieses „zufälligen Kurzabstechers“ absolut genüge tut.

Der Hou Shan sei der weitaus größere Anteil des schönen Berges der zum Wandern lohnt.

 

Hier komme ich gerne wieder her, immerhin ist der Berg tatsächlich nur 1-2h von Chengdu entfernt.

Jiuzhaigou; Anbei 11.07. - 13.07.16

Nachdem ich nun weitere Pläne für meine Reise gemacht habe soll ein Besuch im Nationalpark Jiuzhaigou mein nächstes Ziel sein. Das Naturschutzgebiet umfasst ca. 72000 Hektar und einen Raum von etwa 50km Länge und 20 km Breite. Da er etwas ab vom Schuß liegt fahre ich den ganzen Tag um ihn zu erreichen.

 

Schon die Fahrt dahin führt mich wieder zurück in tibetische Gefilde und meine Tagestour macht großen Spaß. Die Straßen sind gut, der Verkehr wenig.

Songpan ist eine Pause wert , hoch am Berg thront eine Burg, die Innenstadt selbst wirkt sehr traditionell von der Rikscha bis zu den Trachten der Bewohner.

Ein schönes Ziel für ein andermal mit mehr Zeit (ich habe doch keine Zeit :-))!

 

Von dort aus geht es am wohlriechenden blühenden Lavendelfeld vorbei downhill von 3500m auf 2500m. Die Fahrt erinnert ein wenig an die nach Danba, nur die Straßen sind breiter und besser. Angekommen in naheliegenden Dörfern entschließe ich mich 6km vor dem Parkeingang zu übernachten, da der Verkehr sich definitv staut. Dazu habe ich nun gar keine Lust mehr!

Es ist Urlaubszeit der Chinesen und dementsprechend viel los!

 

Der erste Bus (heute war ich Frühaufsteher) bringt mich vor allen Tourimassen an einen der beiden Hauptwege zum Pandasee und los geht’s mit meinem „Up& Downhill Walk“ entlang der wundervollen azurblauen Seen dieses Gebiets.

Auf der Straße ist die Hölle los (man kann zu jedem See mit dem Bus fahren und Chinesen laufen nicht gerne…), innerhalb der Seen ist man auf den Wanderwegen fast alleine. Echt traumhaft!

Wer schon mal an den Plitvitzer Seen in Kroatien war, weiß, von was ich rede.

Farben, Spiegelungen, Gerüche, Vögel, ein echtes Naturerlebnis.

 

Wären da die Besucher nicht!!!

 

Als ich zum höchsten Punkt, dem berühmten Langen See (Chiang Hai, die 2. Hauptroute) fahre, denke ich, mich trifft der Schlag. Hier ist definitiv das größte Menschenaufkommen dem ich jemals in China begegnet bin.

Das heißt… geistig umschalten und Chinesenstudie beginnen…nur so läßt sich das aushalten!

Hier gibt es noch den Pearlpool, ein kleiner mehrfarbiger Tümpel, um den sich alle versammeln, „It is Selfi Time“. Ein chinesisches Schauspiel, aber trotzdem: nichts wie weg hier!!!


Letztendlich laufe ich mal wieder viel mehr als ich wollte, nur kann ich nicht aufhören, „noch einen“ und „noch einen“ See zu besuchen! Also ziemlich „alle“ erreiche ich den Parkplatz und selbstverständlich fahre ich noch heute „raus hier“, das ganze schöne Tal zurück!

 

Noch weiß ich nicht wo ich schlafen werde, dass klärt sich dann an einem Monastry von Anbei, an dem ich freundlich abgewiesen werde, dort übernachten zu können.

Jedes Monastry hat meist ein paar Verkäuferinnen und als sie mich entdecken, soll ich nicht nur was kaufen (was ich auch tue ), sondern auch noch jemanden mitnehmen (was ich auch tue) und diese jemand lädt mich ein, bei ihr zu übernachten. Warum nicht!!!

 

Nun wird’s richtig urig und witzig für mich!

Die Dame, deren Namen ich eigentlich auch heute noch nicht weiß (wir kontakten uns in Abständen per Videochat, auch wenn die Kommunikation echt noch schlecht ist... ich lerne nun schon fleißig chinesisch) zeigt mir ihr Dorf Anbei, dreht mit mir die abendliche Gebetsmühlenrunde, kocht für mich, hängt mir ihre Ketten um den Hals ohne sie mir zum Verkauf anzubieten und freut sich einfach nur, dass ich da bin!

Übernachtung & Essen zahle ich natürlich und für mich bleibt es ein Erlebnis der besonderen Art! Das war eine schöne Zufallsbegegnung!!!

Hier wünsche ich mir wieder vorbei zu kommen!

Langmusi 13.07. - 14.07.16

Beschenkt mit guten Gefühlen und einem Tigeraugenarmband zum Abschied fahre ich Richtung Zöige. Eine kleine Altstadtrunde mit dem Auto (auch hier würde ich mal bleiben, interessantes Monastry…) und die übliche Mittagsnudelsuppe mit dem besten grünen Tee (gemischt mit Jasminblüten)!

Überall, eigentlich im ganzen Land bekommt man in Restaurants immer grünen Tee kostenlos zum Essen. Diesen muß ich erwerben, weil er außerordentlich gut ist. Wie gut, dass die Teefrau gleich gegenüber wohnt!!!

 

Am Abend erreiche ich mein Tagesziel Langmusi, ein amdo-tibetisches Bergdorf auf 3500m Höhe. Hier treffen sich die Provincen Sichuan und Gansu, deshalb gibt es auch 2 Teile der Stadt mit je einem Kloster! Dementsprechend tibetisch ist das Erscheinungsbild, mit vielen Mönchen, jedoch auch einer kleinen Moschée im Zentrum. Die Dorfstraße ist übersichtlich, hier gibt es sogar auch westlich erscheinende Cafés. Überraschung!!!


Eingebettet in kleinere Berge läßt es sich hier gut wandern. Ebenso gibt es hier noch ein besonderes tibetisches Ritual, die „Himmelbestattung“.

Schön gesagt werden Verstorbene sozusagen über den Magen der Geier in den Himmel entlassen...!


Da das Dorf soviel bietet und man immer etwas für das nächste Mal übrig lassen sollte, habe ich mich mit dem Besuch des Gansuklosters begnügt und das Sichuankloster nicht besichtigt.

Nach Aussagen der Bewohner sei dort der 5.Lama seit 300 Jahren aufgebahrt und Heiligtum des Klosters!

 

Ein echt außergewöhnliches Dorf!

Xiahe; Kloster Labrang; Grotten von Bingling Si 14.07. - 16.07.16

Auf der Hochebene Richtung Xiahe möchte ich noch vollständigkeitshalber den Boxenstopp von 2h erwähnen, der mich in jenes für mich namenlose Vogelschutzgebiet führt, an dem die Vögel wiedermal bereits ausgeflogen sind und es nicht lohnenswert ist, die Schilder der sonst zu sehenden Vögel zu fotografieren! Ein kleines Pendant zu unserem Vogelpark in Qinhai :-)...der Name ist Gansu Gahai Zecha Natural Reserve!

 

Der Rest der Anreise führt über eine angenehme Straße in das Gebiet der Graslands!

 

Nochmal übern Berg und schon bin fahre ich am Spätnachmittag nach Xiahe ein! Da steht es, frech und wunderschön umrahmt von Bergen mitten in der Landschaft, das Labrang Kloster.

 

Da ich mal wieder nicht weiß, wo ich übernachten werde, fahre ich die nächstbeste nach Häusern aussehende Straße hinein und was schaut mir entgegen ? Das Hotel Nirvana! Na, wenn das kein Zeichen ist...!

Dass es auch noch von einer Holländerin und ihrem tibetischen Mann geführt ist, macht das Ganze zu einem der besten Hotelaufenthalte der Reise.

Standard ist westlich, das Essen ein Traum!

 

Ein Abendspaziergang im Klosterareal zaubert ein breites Grinsen in mein Gesicht und erzeugt massenhaft Glücksgefühle über die vielen schönen Eindrücke der Mönche, Pilger und Touristen. Hier gefällts mir!

Die 3 km lange mit Gebetsmühlen versehene Kora um den Tempel zieht zahlreiche Besucher zu jeder Tageszeit an, das Klosterinnere ist erfüllt von buddhistischem Mönchsleben!

Mein ursprünglich geplanter Aufenthalt verlängert sich schon bei Ankunft um einen Tag und so bespreche ich mit den Insidern die Möglichkeiten der nahegelegenen Attraktionen!

 

Bingling Si, davon hatte ich schon gehört, sei Eine der wichtigen Tempelhöhlen hier in der Region. Vorbei am "Mekka" Chinas (= die Stadt Linxia, 1000 Moscheenstadt ) zum Stausee und von dort weiter mit dem Boot, da die Grotten nur per Boot und nur im Sommer besuchbar sind.

 

Hmmm,eigentlich ists ja auch hier sehr schön, aber: die Grotten kann ich mir nicht entgehen lassen!

 

Trotz Restzweifeln am nächsten Morgen steige ich ins Auto und fahre los.

Nur soviel: es ist die absolute Horrorfahrt der Reise, vielleicht meines Lebens! Dennoch, irgendwann nach dem Passieren der allerkleinsten moslemischen Dörfer mit sämtlchen Tagesbaustellen auf staubigem, lehmigen, löchrigen, steinigen "Straßen"(? S21 Countryroad?) sehe ich den Stausee Lijujiaxia in Ferne!

Dieser ist wiederum so schön, dass ich selbst das teuerste Charterboot meines Lebens nehme, um Bingling Si doch noch zu besuchen. Ich bin nämlich entgegen aller Aussagen die Einzige, die hier per Translator versucht, irgendeine Transportmöglichkeit zu organisieren. Zwecks Touristenmangel fällt das öffentliche und kostengünstige Boot natürlich aus!

Auch wenn es mir tatsächlich den letzten Pfennig aus der Tasche zieht, den ganzen mühsamen Weg will ich nun nicht umsonst gefahren sein!

 

Die Grotten selbst! In absolut toller Lage zwischen den Bergen entstand die erste Grotte am Ende der Jin Dynastie ca. im Jahre 420 n.Chr.!

Heute gibt es noch 183 Höhlen mit insgesamt 694 Steinstatuen und 82 Lehmfiguren in verschiedener Größe.

Bingling Si liegt geografisch genau in der Mitte sehr berühmter bekannter Höhlen in Afghanistan (Bamyan-die werden wir wohl nie sehen?), den Datong Höhlen Chinas (da waren wir schon ) und den Longmen Grotten Luoyang (siehe Luoyang). Ein Vergleich wäre mal interessant!!!

 

Ja, und ich bin nun auch mittendrin!

 

Da der Heimweg noch vor mir liegt, muß ich gestehen, überfliege ich die prächtigen Grotten ein wenig, denn der Rückweg ist lang!

Nach weiteren Infos vor Abfahrt finde ich tatsächlich eine Teerstraße und als ich ganz glücklich in einer Stadt meinen Geldbeutel wieder auffülle, verläßt mich das Glück auch schon wieder. Ende vom Lied:...nicht mal mehr das Navi weiß Bescheid wo es lang geht , da alle Hauptstraßen Baustellen sind.

Na ja, irgendwann, irgendwie klappts dann doch ( danke an alle an Straßenkreuzungen sitzenden Moslems aller umliegenden kleinen Gemeinden!!!) und voll erschöpft erreiche ich wieder Xiahe.

Ob ich mirs hätte sparen sollen? Ich weiss nicht, im Nachhinein ist immer alles besser :-) !

 

Der Erholungswert im Nirvana ist genial und am nächsten Morgen genieße ich nochmal Tempelleben im Labrang!

An der Hauptversammlunghalle gibt es für mich nochmal ein besonderes "Event". Zunächst "grölt"(er grölt wirklich!) nur ein Mönch vom Dach und einer singt Mantras vor dem Tempel, daraus werden dann 100 oder mehr Mönche, die geeint ein Mantra rezitieren bevor sie dann in Nullkommanix in den Tempel verschwinden. Ein interessantes Ritual!!!

 

Ja,es fällt ein bißchen schwer, zu fahren!!!

 

 

 

Tongren; Autoabgabe in Xining 17.07.16

Die Fahrt nach Tongren (Repkong) geht erneut ein schönes Tal entlang und

ich zäume sozusagen das Pferd nochmal von hintern auf mit 1h Gravelroad

am Wutun Si (Si= Tempel ) vorbei über Baustellenpfade nach Tongren hinein.

Eine größere Stadt und meine letzte Station!

Check in im tibetischen Hotel Rebgong Norbang Travel Inn (Prima!) und auf zur Stadtrunde!

 

Hier mischt sich auch die Bevölkerung wieder stark, überwiegend moslemisch und tibetisch.

Hatte ich schon erwähnt dass moslemische Restaurants meist sehr sauber und sehr gut sind?! Hier finde ich mal wieder Bestätigung!!!

 

Ein Besuch des Longwu Si (1301 erbaut, ziemlich "runderneuert") darf natürlich nicht fehlen, die meisten Hallen sind jedoch geschlossen.

Macht aber auch nichts, wir haben so viele tolle Eindrücke an Tempeln bekommen...!

 

Tja und dann ist es soweit! Meine Letzte Fahrt beginnt!

 

Auf der Fahrt nach Xining stoppe ich eigentlich ständig, um immer wieder "nochmal" ein letztes Foto zu machen.

So richtig zurück will ich nicht, das spüre ich sehr deutlich!

Aber es hilft ja alles nichts!

 

Eine kleine, nette Überlandfahrt auf der Suche nach einer Tankstelle versüßt mir nochmal die verbleibende Zeit und schon bin ich zurück am Flughafen Xining!

Die Autoabgabe erfolgt ohne Probleme und da bin ich wieder....

zu Fuß mit meinem Rollkoffer Richtung Flughafen unterwegs!

Ab nun wieder öffentlich....! ( siehe Huashan, Luoyang, Wudanshan !)

 

 

Das war ein genialer erster Roadtrip in China!

 

 

Von China nach Deutschland

Coming soon !!!

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Michael Klar