Unser Leben in der Volksrepublik China 2016

Xiamen

 

Die Flucht nach vorne heißt hier im Winter momentan, irgendwohin, wo es wärmer ist, als 0 Grad Außen- und 3 Grad Innentemperatur.

 

Also übers Wochenende "Auf" ins südliche Xiamen, Fujian Province.

 

1,5 h Flug und unser geliebter Reiseanbieter in China CTrip machens möglich!
Mitten in der Nacht erreichen wir unser Hotel in dem man zum Glück noch auf uns wartet.

Der nächste Tag beschert ganze 15 Grad und ist sonnenbrillenverdächtig!

 

„Frühstücken am Fischmarkt“ denken wir uns und sind dann erst mal fasziniert von der fremden Vielfalt, die sich unserem Auge bietet. Von der Bärentatze bis zum Krokodil finden wir alle möglichen Eigenarten eines Marktes, die wir bisher nicht kannten.

 

Der Nachmittag gehört der kleinen vorgelagerten Insel Gulang Yu mit ihren schönen Kolonialhäusern, Villen und alten urigen Banyanbäumen. Bis auf die Bäume erinnert der Style und die Sauberkeit an Borkum, Westerland & Co. Der erste Beach also in China, mit Sicht auf die nahegelegene Raffinerie! Baden möchte man hier nicht. Das macht aber auch nichts, denn es ist aus Sicherheitsgründen ( welche auch immer!) gar nicht erlaubt.

 

Nightlife in Xiamen bringt uns in 3 nette ausgefallene Cafes und Kneipen! Cafes sind hier in China häufig im Style „altes Kruschwohnzimmer“ mit unzähligen netten Dingen die zur Dekoration rumstehen. Abstauben und Saubermachen möchtest du hier nicht :-), Cafe trinken schon!

 

Die Gegend hier ist Kaffeeanbaugebiet und berühmt für Maracujas und roten Bananenanbau.


Leider konnten wir keine Kaffeebohnen zum Kauf finden, der Kaffe wird verarbeitet und aromatisiert angeboten wie uns unser Chinatourshoppingbesuch am nächsten Tag zeigt.

Man will ja alles mal erlebt haben…!

Als Teilnehmer einer Rundreisetour( Kaffeefahrt im klassischen Sinne) geht’s erst mal in einen Shoppingcenter ohne Fluchtmöglichkeit. Geschlagene 25 Minuten drückst du dich mit allen andern durch Endlosgänge um diverse Produkte zu probieren,- kein Entkommen ist möglich, bist du erst mal drin. Nach dem Shopping dann Mittagessen( wie wir bereits wissen, DAS Wichtigste !) im Keller eines kellerkalten Restaurants. So, dann darfs losgehen…. endlich, nach 20 Minuten Fachchinesischvortrag des Reiseführers im Bus (ohhhhhhhhh no…) endlich raus aus dem Bus an unser eigentliches Ziel…

...die berühmten Tulous!
Von der Volksgruppe der Hakka gebaut und in  Südwestfujian berühmten befestigten, zum Teil auf Sumpf gebauten Lehm“burgen“ sind heute noch ca. 3000 erhalten, werden bewohnt und sind seit 2008 Unesco Kulturerbe. Rund oder eckig erscheinen sie von außen unscheinbarer als von innen. In der Mitte steht stets ein Tempelschrein, umgeben von eindrucksvollen Holzkonstruktionen mit bis zu 5 Stockwerken, Treppen und zahlreichen Wohnungen bzw. Räumen.
Die Älteste von uns Besichtigte ist 300  Jahre alt und wird immer noch bewohnt.

Der Baustil diente einst einer guten Verteidigung vor Feinden und dem Schutz vor Tieren.

Die Wasserversorgung eines jeden Tulous ist durch Quellzugänge gesichert.

 

Umfeld und Architektur sind umwerfend, jeder Bau einzigartig!

 

Da wir auf der Mitte unserer Tour feststellen auf der falschen Tour zu sein, genügt ein Telefonanruf bei unserem Anbieter und schon sitzen wir im Privattaxi, das uns dann tatsächlich noch zu unserem eigentlichen Ziel fährt. Somit beschehrt uns dieser Nachmittag statt zwei, 6 Tulous, dazu noch zur Hälfte als Taxifahrt.


Wir fragen uns, wo in der Welt würde man so einen Service anbieten?
Wahrscheinlich nirgends, außer in China! Gesicht verlieren geht eben gar nicht!!! Grandios…

 

Leider kommen wir nicht mehr dazu, die leckeren Fischspezialitäten zu genießen und es steht noch so einiges offen in Xiamen, was uns vielleicht wieder kommen läßt.

 

Auf jeden Fall ein Hammerwochenendausflug ohne zu Frieren :-) .

 

Xianghu Lake

 

Wir fahren bis zum Ende unserer U1 ( ca. 1,25 h) um neue Hangzhou Abenteuer zu erleben!

Dort gibt es angeblich in nicht allzuweiter Ferne den Xianghu Lake!

 

Neben einem Riesenstau, der den ganzen Tag auch andauert ( niemals mit dem Auto hierher kommen!!!), finden wir am Ende der U1 Mietfahrräder, mit denen wir uns heute hier fortbewegen.

 

Zunächst besichtigen wir ein wunderschönes ruhiges Tempelchen auf dem Weg und dann trauen wir unseren Augen kaum...! Was ist denn das?

Sieht aus , wie ein mitteleuropäisches Gebäude,- nix wie hin!

Und siehe da, wir finden einen Miniaturbau des gesamten Markusplatzes in Venedig inclusive der Rialtobrücke. Sehr witzig! Hier kann man im Sommer sicherlich auch Gondel fahren...!

Einen angeschlossenen Amusementpark gibts auch, jedoch anscheinend in der Winterpause!

 

Unser eigentliches Ziel, der Xianghu Lake liegt sehr nahe und wir befinden ihn als eine echte Alternative zum meist doch überfüllten West Lake in der Innenstadt.

Fahrradwege und Restaurants gibts genug, um den ganzen Tag zu lustwandeln...!

 

Pingyao

 

04-06.03.20

Pingyao in der Province Shanxi zählt 450 000 Einwohner, davon bewohnen 30 000 den „Alten Teil“ der Stadt; in dem reges chinesisches Leben herrscht.

 

Von unserm Hangzhou ist es in 2Std. mit dem Flugzeug über Taiyuan und noch einer Stunde Bahnfahrt zu erreichen.

 

Die besterhaltenste Stadtmauer im ganzen Land ist quadratisch, 6,4 km lang und besitzt neben 72 Wachtürmen 4 beeindruckende Eingangstore in jeder HImmelsrichtung.

 

Pingyao war bereits während der Mingdynastie (1368-1644) eine blühende Handelsstadt, erreichte Ruhm jedoch in der Qingdynastie (1644-1911) als erste Wechselbank Chinas.


Geschichte, Kultur und Architektur lassen sich hier für Interessierte mehrere Tage lang ganz leicht erkunden. Shopping, Restaurants und Souvenirs ebenfalls :-)!

Wir haben bestes Wetter, das erste Mal Frühling und uns in einem ganz traditionellem Hotel mit wundervollem Innenhof und Steinbett eingemietet.

 

Schon kann es losgehen mit Sightseeing!

Der Eintritt ist kostenlos, will man die kulturellen Häuser, Tempel&  Museen besichtigen, bedarf es einer Eintrittskarte (135 Yuan/ ~20 Euro), die sich absolut lohnt, am Besten in Verbindung mit einem Audioguide, der die wichtigsten Infos liefert.

Es gibt absolut viel zu sehen und zu erleben, seien es (neben den Museen) die Begegnungen mit den chinesischen Geschäftsleuten der Antiquitäten, Schnaps, Essig oder Souvenirsläden oder die vielen schönen Restaurants und Bars die es gibt oder einfach nur ein Rundgang auf der beeindruckenden Stadtmauer!

 

Absolut eine Stadt für den Geschmack von Jedermann und zum „Einfach treiben lassen“!

 

Neben Peking sehen wir hier die Zweite der berühmten 9- Drachenmauern, von denen landesweit nur noch 4 existieren!

 

Erwähnenswert ist auch, dass wir die erste chinesische Fußmassage erleben, bei der wir statt Schmerz(wie gewöhnlich bei chin. Massagen) Genuß erleben :-) !

 

Nachdem wir nun das Venedig Hangzhous entdeckt haben sind wir neugierig geworden!

Es gibt nämlich auch noch das Paris Hangzhous !

 

Diesmal gehts ans andere Ende unserer U 1, nämlich nach Linping! Dort steigen wir in den 386 er Bus, der uns direkt an das französische Wohngebiet bringt.

 

Weit müssen wir nicht laufen um die ersten "Pariser Gebäude" zu entdecken.

Wir finden diese ganze Allee eigentlich ganz witzig und sicherlich könnte man alles noch ein wenig besser in Schuss halten!

Das ganze Viertel steht wohl auch sehr in der Kritik der Chinesen...

"was müssen wir nachbauen, wir können doch auch selber"....!

Ja, sicherlich!!!

 

Das kleine Schlösschen, das in Europa sicherlich ein gut besuchtes Ausflugsrestaurant oder Museum wäre und hier leider nur vor sich hin "stirbt", ist zumindest von Weitem schön anzusehen.

 

Unabdingbar ist dieser Platz jedoch für die chinesische Bevölkerung sicherlich für Hochzeitsfotos.

Alles kann hier geliehen werden, von der Kamera bis zum Kleid und wir treffen mindestens 10 Brautpaare, die den schönsten Tag im Leben per Foto festhalten.

Na zumindest auf dem Foto, denn die Gesichter sprechen eher von anstrengender Arbeit :-))) !

 

Der Schlossgarten ist wunderschön angelegt und sicherlich für einen Tagesausflug ein nettes Ziel!

Wir finden auch Linping eigentlich ganz nett, leicht zu erreichen , mit großem Angebot an Shop, Restaurants und Cafes umgeben von Hügeln! Ein Hauch von "raus aus der Stadt" :-))) !

 

 

Diese Wochenende sind wir von Michas Arbeitskollegen Tom eingeladen, mit in seine Heimatstadt nach Jiangshan zu fahren. Dort gibt es nicht nur seine Familie, die sich sehr auf uns freut sondern es warten auch die alte Stadt von Nianbadu mit seiner Rebellengeschichte, der schöne Berg Jianglang und der Xianxia Pass auf uns! Juhu ein neues kleines Abenteuer!!!

 

Bequem ist schon einmal die Hinfahrt, statt wie sonst öffentlich, heute privat mit dem Auto,-

3h auf dem Highway!

 

Es ist bereits abends und so treffen wir heute noch zum gemeinsamen Abendessen den 83- jährigen Opa. Der hat das Alter wohl schon erreicht, indem das gemeinsame "Auf Ex / Ex & Hopp "

(hier "gan be") Trinken nicht mehr notwendig ist. Uns heizen die anderen Familienmitglieder und Arbeitskollegen mit ihrem chinesischen Brauch natürlich mächtig ein und wir trinken ein Glas Wein nach dem anderen ...natürlich auf Ex! Zum Glück sind die randvollgefüllten Gläser klein und so hält sich der Rausch in Maßen!!! Rauchen muß man auch , allerdings nur als Mann. :-))) !

Mit dem Rausch ist das so eine Sache! Je mehr man trinken kann, desto höher ist man in China angesehen. Nun haben wir Europäer des Glück, definitiv generell mehr Alkohol zu vertragen. Chinesen laufen häufig nach dem ersten Schluck Alkohol rot an und sind nach 3 Gläsern sehr betrunken. Das ist unser Vorteil, eigentlich immer gut dazustehen, auch noch ohne Alkoholvergiftung :-))) !

 

Die Nianbadu Ancient Town (alte Stadt Nianbadu) ist das erste Ziel am nächsten Tag!

Hier sind die älteren Leute unglaublich klein, leider versäume ich es die Menschen zu fotografieren! (Ich schau nur fasziniert, trau mich nicht fragen und habe heute einen schüchternen Tag)

Das scheint hier ein Revoluzzerdorf gewesen zu sein und es gibt noch ein paar Relikte die die "Kulturrevolution Maos"( ich frage mich immer warum dieser Begriff erhalten blieb) überlebt haben und heute zum Kulturerbe gehören.

So war hier Chinas Dali- eigentlich Daili unterwegs, ein taiwanesischer Spion und seine schöne Schauspielerin, die gegen Mao ankämpften, Leute ausbildeten und im Widerstand kämpften.

Ebenso sind noch Relikte und Malereien erhalten, die einfach in der Maozeit zugehängt wurden und so überlebten.

 

Neben der Geschichte gibt es auch neue Nahrungsmittel zu entdecken, die wir bisher noch nicht kannten! Wir essen im Lokalrestaurant in Toms Dorf Qing Hu, bestaunen einen Begräbniszug( das erste Mal in China, alle weiss gekleidet mit Orchestermusik) und besuchen das Familienhaus seiner Großeltern.

 

Nachmittags geht dann zum Xianxia Pass. 3-5- Wallmauer kann man hier erwandern, die wohl früher als Staumauern und der Verteidigung dienten. Das ganze Gebiet sieht eigentlich nach Wandern aus...!

 

Der nächste Tag gilt voll und ganz dem Besuch des wunderschönen Berg Jianglang! Zwar ist er nur 850m hoch, erscheint aber durch seine Schluchten und Kletterstiege als könne er in höheren Regionen sein. Die Kletterstiege sind mal wieder Herausforderung für Leute mit Höhenangst und werden heldenhaft überwunden. Das ist eine Meditation am Gipfel wert :-) !!!

Und was man hoch klettert, muss man runter... das ist dann nochmal genauso aufregend!

Allerdings ohne Meditation im Tal!

 

Es bleibt noch die Heimfahrt! Keiner schnarcht, nur jeder schläft! Zum Glück nicht unser Fahrer!!!

 

Datong

 

Planungsstrategen würden uns loben, alle anderen erklären uns vielleicht als verrückt!

Auszug aus dem Reiseregister: Freitags von der Arbeit direkt in den Flieger von Hangzhou nach Taiyuan (3h), kurzer Taxitransfer zum Bahnhof, Nachtzug nach Datong (5h), Sightseeing mit Übernachtung, Sonntag abends in den Nachtzug nach Peking (6h), Taxitransfer zum Flughafen, 3h zurück von Peking nach Hangzhou und direkt auf die Arbeit….

Jaaaaaaaaaaaaa, aber das zwischendrin war spitze und hätte sich mit anderen Verbindungen sicherlich nicht gelohnt oder einen zusätzlichen wertvollen Urlaubstag verschlungen!!

Datong und seine hängenden Tempeln gehört zu den Top 20 in China. Da das Ganze in den Bergen liegt und das Wetter schön wird geben wir uns ein Sightseingwochenende, das es wahrscheinlich aufgrund der doch vollgepackten Zeitplanung seinesgleichen noch suchen muß J!

Es ist ein langer Samstag, der mit dem Einchecken um 6 Uhr morgens im absolut erwähnenswerten Huamao Hotel beginnt. Nach kurzem Frühstück und Orientierung geht’s auch schon per Lokalbus los zu den Yungang Grotten, dem nahegelegen Weltkulturerbe. Von den mit Steinmetzkunst versehenen 252 Grotten der frühbuddhistischen Anlage(460-525nCh.) sind 40 zu besichtigen. Zu sehen gibt es verschiedenste Höhlen mit kleinen und großen beeindruckenden Buddhastatuen, mal mehr, mal weniger von der „Kulturrevolution“ verschandelt (massive Einschusslöcher/ Statuen mit abgeschlagenen Köpfen/rote Farbe überall etc.).

Der Nachmittag gehört der Stadtbesichtigung. Datong hat um seine Altstadt eine riesige Stadtmauer gezogen und im Inneren wird gebaut wie verrückt. Uns erinnert das alles so ein wenig an einen Nachbauversuch Pekings??!  Auf jeden Fall sieht das im Ansatz alles schon mal ziemlich gut aus und wir gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Touristenstadt Datong noch in naher Zukunft liegt! Eine der 4 berühmten  9 Drachenmauern Chinas (2 in Peking, Datong & Beihai) und die Größte Chinas noch dazu sind ebenso Teil der Altstadt. Hier in Datong finden sich christliche, moslemische und buddhiste Einrichtungen nebeneinander. Am Ende des Tages haben wir von Götterhäusern mal wieder genug, genießen die schöne Innenstadt und finden uns über den Dächern des Marktplatzes, das Hoftreiben beobachtend. Ein Gummibärchenladen (sehr besonders, bisher noch nirgends entdeckt) findet auch unseren Gefallen und wir den unseren an ihm! Mmmmmhhh…..!

Zum eigentlichen Ziel, den hängenden Tempeln geht’s am nächsten Tag. Zwar wissen wir, dass diese sich noch in Renovierung befinden (sehen kann man wirklich nichts außer Gerüst) was uns aber nicht abhält, denn am nahegelegenen Mount Hengshan können wir die 2000 Metermarke überwandern und ebenso einige schöne versteckte Tempelanlagen besichtigen. Weiterer Vorteil….die Scharen der chinesischen Besucher ist gering J! Das Wetter ist bestens, bei 28 Grad sitzen wir teilweise noch neben Schneefeldern und holen uns natürlich einen Sonnenbrand! Den nehmen wir gerne mit!

Auf der Heimfahrt nach Datong machen wir noch einen Abstecher zu den „Erdsteinen“( Earth Stones), Sandsteinhügel und –gebilde inmitten der Landschaft, bei denen wir nochmal ein wundervolles Abendlicht zum Fotografieren und Lustwandeln bekommen. Absolut besuchenswert!

„Catch your nighttrain“ heißt es nach einem wundervollen Abendessen und los geht’s wieder in Richtung nachhause. Der Transfer in Peking geht reibungslos, da 5 Uhr morgens noch kein Verkehr ist und auch unser Flieger steht auch pünktlich am Start um uns wieder nach Hangzhou zu bringen.

Müde und/ aber glücklich dieser Montag der 11.04.16, übrigens der 75. Geburtstag von Sylvias Dad!!!

Happy birthday to youuuuuuu!!!

 

Man hat uns als „Moganshanexperten“ (der 3. Besuch) dazu auserkoren, eine Führung in unserm geliebten Gebiet zu machen. Toll! Diesmal sind wir nicht öffentlich, sondern mit den Autos unterwegs, 9 neugierige Geister!!!

 

Es regnet mal wieder, zunächst ganz leicht, aber das soll uns nicht stören!
Neben den wichtigen chinesischen Sehenswürdigkeiten wie dem „Sword Pond“, der allerdings unsere Freunde auch nicht sonderlich berührt, machen wir einen schönen Rundgang auf „unserm“ Berg mit Villenbesuchen und den wichtigen Plätzen Chiang Kai- Sheks, verlegen unser Beisammensein aufgrund des stärkerwerdenden Regens heute jedoch verfrüht nach Innen.

 

Dort geniessen wir ein wunderbares chinesisches Essen und bringen unsere eigens ausgebuddelte Bambussprosse mit, die wir selbst zubereiten können und die uns aufgrund ihrer Größe alle sattmacht.

 

Unser Hotel hat Mahjongtische! Chinesisches Kulturprogramm ist angesagt und wir freuen uns, eine Einführung ins „Mahjong“ zu bekommen. Dieses Chinesische Spiel muss man einfach kennen. Die 144 dominoerscheinende Steine werden Ziegel genannt und die Spielregeln sind natürlich auch vielfältiger als unser bekanntes Domino. Es wird zu 4t gespielt!

Da wir jedoch zu 9t sind, beenden wir unser Spiel nachdem die unwissenden Ausländer (wir) zumindest das Grundgerüst des Mahjongs erlernt haben und switchen auf „Karten spielen“,

Titel unbekannt. Stundenlang schieben wir kleine Geldbeträge von Einem zum Anderen und haben sehr viel Spass dabei.

 

Der Sonntag bietet schöneres Wetter und wir beschließen unseren Ausflug mit einem Rundgang mit freier Sicht in die Region und Blick auf den weitentfernten Stausee.

 

Stopover unterwegs nochmal an einem großen See mit Erwachsenenspielzeugen, wie Bootwracks und einem hinterlassenen Autofriedhofs, machen auch das individuelle Unterwegssein mit dem Auto echt schön!

 

Ein gemeinsames Abendessen zuhause in Hangzhou rundet unseren schönen Ausflug ab!

Hongkong

 

In erster Linie ist der Besuch in Hongkong ein Geschäftlicher und alles in Hongkong (HK) scheint sich ebenfalls auch um Geschäfte zu drehen. Banken und Shopping sind wahrscheinlich die beiden wichtigsten Hauptwörter hier!!!

Um eins im Voraus loszuwerden, für die China- und Hongkongreisenden unter uns! Die Einreise von China über Shenzen nach HK  ist definitiv billiger als ein Direktflug! Die Grenzformalitäten gehen zügig und uns erscheint der Übergang Futian als sehr geeignet. Bequeme Verbindungen der Bahn und/ oder Bussen stehen überall bereit!

HK ist multikulti! Man spricht englisch und kann kommunizieren (wie schön)!

Am meisten beeindruckend empfinden wir jedoch nicht die Hochhäuser oder Skyline (da ist Shanghai bisher  unsere ungeschlagenene Nummer 1) sondern die Tatsache, dass Hk aus vielen Inseln besteht und dazu noch sehr grün ist. Das läßt uns wirklich staunen.

Als Erstbesucher zieht es uns natürlich auf den Viktoria Peak, dessen Skyterasse mit 428m den höchsten Aussichtspunkt auf die Stadt bietet. Hinauf geht’s mit der 1. Standseilbahn Asiens, hindurch zwischen Wohnfassaden und richtig steil auch, so dass das Aufstehen zwischendrin echt Mühe macht. Auf jeden Fall ein Spaß, der sich lohnt!

Rund um den Peak ist alles Park und wir laufen den ganzen Weg zwischen Vogelgezwitscher, Blumen und Dschungel in die Stadt zurück! Voll schön!!!

Die Stadt hat unglaublich viel zu bieten.

Interessant sind natürlich neben vielen Märkten die Besonderheiten der Stadt sowie zB.  die Fortunetellers (Horoskop& Zukunft, Weissager) oder die „Hexen“ die Flüche und Bänne aussprechen, um Unangenehmes (ob Umstände oder Personen) aus dem Leben verschwinden zu lassen J.
Das wird hier sehr ernst genommen und die Damen sitzen Schlange, um Veränderungen von den weisen Frauen vornehmen zu lassen. Das Ganze findet ganz öffentlich unter einer Brücke statt!

Weiter Highlight sind definitv auch die doppelstöckigen Starßenbahnen, die das Stadtbild verschönern. Wir haben noch nirirgendwo doppelstöckigen Strabahnen gesehen und dazu noch als wandelnde Werbung wunderschön designed.

Die berühmten „Escalators“ ( Rolltreppen)  führen 800m in einem Altstadtviertel den Berg hoch, bergauf laufen also unnötig! Zwar sind die 800m nicht am Stück, so wie es unsere Erwartung war, jedoch ist das ganze Viertel voll mit Läden, Kneipen , Restaurants etc, dem  neugierigen Auge eine Wonne.

Abends gibts dann die Lichter/ Lasershow am Starferryhafen mit Blick auf die Skyline der anderen Centralseite vor der Kulisse der Berge. Lichter und Laser könnten mal wieder eine Auffrischung gebrauchen, aber die Atmosphäre mit all den Besucher ist echt schön!
Die Starferrygesellschaft fährt einen dann auch täglich für 2 HK Dollar übers Meer um Sightseeing machen zu können. Hier sieht man kleine Boote zwischen Riesenkreuzern, die alle neugierig auf HK sind.

Ebenso gibt es natürlich noch viele Fähren zu allen möglichen anderen Inseln, die wir nun noch nicht entdecken konnten….wir fühlen uns jedoch schon jetzt als HK Fans und wissen, wir kommen wieder!

Nicht zum Shoppen, aber zum Chillen J !

Nanjing

 

5.5 Mill. Einwohner, Hauptstadt der Province Jiangsu

 

Ein Firmenausflug

 

Wie immer früh, gehts los mit dem Bus und diesmal mit ca. 200 Mitarbeitern von HRS, der italienischen Firma in China, für die Micha im Moment arbeitet.

Nanjing scheint ein begehrtes Ziel zu sein, 3 h von Hangzhou entfernt und diesmal werden wir aufgrund der Vielfalt an Sightseights auch über Nacht bleiben, also ein attraktiver Ausflug.
Die Firma zahlt für ihre Mitarbeiter!

 

Das Programm wie immer straff führt uns zunächst in die Purpurberge. Was für ein schöner Name! Soweit das Auge reicht nur Wald (und Menschen J) ,hat man die knapp 400 Stufen zum Mausoleum des Sun Yat- Sen erst mal erklommen.
Sun Yat- Sen  (1866-1925) wird wohl als einziger Politiker der Vergangenheit von China und Taiwan gleichermaßen verehrt. Er gründete die Kuomintang (KMT) und wurde am 1. Januar 1912 erster provisorischer Präsident der Republik China, mit der das 2000-jährige Kaiserreich endete. Er wird als Gründer des modernen China verehrt.

Wir besuchen ebenso sein Wohnhaus und damit früheren Regierungssitz der Stadt, ein heutiges Museum mit vielen Relikten vergangener politischer Zeit. Hier hätte man gerne gewohnt, ein typisch traditioneller chinesischer Garten mit Brücke, Teich, Boot und Steingarten gibt uns Zeit zu geniessen.

 

Unser Kulturprogramm startet dann abends nach dem Check-In im Hotel, nämlich ins Nachtleben in Nanjing. Noch in keiner Stadt haben wir bisher so ein geballtes Kneipen& Clubviertel gesehen wie hier. Wir finden eine echt schöne Kneipe mit Tanz und Billard. Hier ist es so international, dass uns aufgrund italienisch/equadorialer Freundschaft gleich ein Kollege verlorengeht , der erst am nächsten Tag verspätet wieder auftaucht :-).

 

Eine weitere grüne Oase die wir zum Abschluß besuchen ist der Palast der Himmelsverehrung, dessen Ursprünge bis zum 5. Jahrhundert zurückreicht.
Am Schönsten hier ist das chinesische Morgentreiben, vom Vogelsänger über Jongleure und Tai Chi übenden Meistern mit schöner Musik verbreitet sich eine wundervolle Stimmung.

Ebenso so schön und zu geniessen finden wir das gleichzeitig vorhandene moderne China…nämlich auch hier (so wie in Hangzhou) gibt es eine Rolltreppe den Berg hoch, die wir heute gerne in Anspruch nehmen. Wir sind nämlich kaputt, die Nacht war lang und schön mit den netten, chinesischen Kollegen.

 

Die historischen Spuren führen uns am späten Vormittag noch zu einem Mahnmalpark des Nanjing Massakers von 1937 des 2. Japanisch-/ chinesischen Kriegs. Auch hier wieder eine groß angelegte Grünfläche mitten in der Stadt.

 

Dann genehmigen wir uns noch ein gemeinsames Mittagessen bevor ein halb schlafender Bus zurück nach Hangzhou rollt! Schön wars!!!

 

China Roadtrip 2016

Shanghai 10.06. - 12.06.16

Endlich können wir  meinen Bruder Thomas in China am Shanghai Pudong Flughafen abholen. Ich kann es kaum noch erwarten, ihm unsere vorrübergehende Heimat zu zeigen und schließlich haben wir einen ganz besonderen „Roadtrip“ in die Provincen Qinhai und Sichuan mit dem Auto geplant. Natürlich wissen wir noch in keiner Weise was uns erwartet,

denn es ist unsere erste Autoreise in China.

Das Wochenende gehört Shanghai und den gemeinsamen Geschichten, die wir auszutauschen haben. Dass es regnet ist wunderbar, so sind wenig Leute unterwegs, als wir den Yu Yuan Garden, den Peoples Square, den Bund und die Fußgängerzone besuchen.

Definitiv können wir ihn schon direkt von der angenehmen Reisequalität in China überzeugen, als wir per Zug nach Hangzhou einfahren.

Hangzhou 12.06. - 15.06.16

Natürlich ist neben unseren Lebensumständen (die Wohnung, Besichtigung von HRS & der Sprachschule) eine Tour nach Downtown fällig. Mit dem Bähnchen geht es (wie immer :-)) am Westsee entlang und natürlich zum allerschönsten beeindruckenden Linyin Tempel.

Immer wieder eine Freude!!!

Unser Abendprogramm erstreckt sich übers Essen aller Köstlichkeiten hin zu unserer kleinen winzigen Kneipenkultur, die sich“ Mojito“ nennt und köstliches deutsches importiertes Bier zu guten Preisen hat. Natürlich geht hier schon das“ Sightseeing Thomas“ los, denn alle Bekannten und Freunde möchten ihn natürlich kennenlernen :-) !

Pingyao 15.06 - 16.06.16

Wenn man einen Eindruck bekommen möchte, was China einst war, ist Pingyao diiie Vorzeigestadt including Souvenirs, Restaurants und andere Annehmlichkeiten, auf die man ja ungern verzichtet. Pingyao erfüllt das, was man sich als Tourist von China so vorstellt.

Die Stadtmauer (6km, 10m hoch) ist beeindruckend und innerhalb der Old City gibt es verschiedenste Museen, die Wohneinheiten, Tempel und Gepflogenheiten von früher darstellen und die besucht werden können. Als frühere Handelsstadt und Stadt der ersten Banken begeistert uns mit am meisten die Wechselbank Xietongping. In einem unterirdischen Gewölbe lagern ganze Stapel von falschem Silber und Goldbarren, die auch erworben werden können.

Als Mantra bekommt man dann noch einen „Habe immer viel Geld“ Spruch mit, während man seinen Zahlschein mit dem Goldbarren in der Wechselstube tauscht.

Viel Kleinkunsthandwerk und auch Essig gehören zu den Sehenswürdigkeiten der Straßen. Langeweile entsteht sicherlich keine, nur schmerzende Füße vom Gehen!

Aber auch hierfür gibt es Lösungen, nämlich einen der durchaus angenehmen Fußmassageläden der Stadt.

Xi`an 16.06. - 19.06.16

Zunächst verhaften wir Tom, Michas Arbeitskollegen vom Flughafen weg.

Er wird uns bis Xining begleiten.

Wir genießen 2 Tage Sightseeing Xi´an (Glocken-, Trommelturm; Moslemisches Viertel), besuchen natürlich die Terracottaarmee, wandern die schöne Stadtmauer entlang und genießen einen Abend Light- und Wassershow an der großen Pagode.

Highlight für das Nightlife ist der von uns entdeckte Biersupermarkt mit Importbieren zu fairen Preisen…

 

Xining/ Ping`an/ Huzhu 19.06. - 20.06.16

Der große Tag der ersten Automietung in China! Wir sind froh, dass Tom dabei ist, denn neben unterschiedlichen Aussagen der Autovermieter wäre eine Mietung ohne chinesische Kreditkarte nicht möglich. Ebenso natürlich der Vorteil der Kommunikation. Tom klärt alles für uns ab und schon kann es losgehen. Danke Tom!

Der Roadtrip beginnt, Führerschein haben wir ja und „Tsia män“ heisst volltanken, mehr brauchen wir ja erst mal nicht!!!

Das Fahren in Xining City stellt sich als kleiner Horror heraus, da wir ja nun doch, trotz vorheriger Verkehrsbeobachtung, nie Teilnehmer waren. Vorrausschauend fahren kannst du zwar versuchen, reinlassen tut dich jedoch niemand, ein Reissverschlussverfahren ist hier gänzlich unbekannt. Jeder drängelt überall rein deshalb am besten immer eine Hand an der Hupe haben. Langes, eindringliches Hupen mit gleichzeitigem Fahren ebnet den Weg!

Ein Hupkonzert vom Feinsten! Fenster runterkurbeln und sich als Ausländer zu erkennen geben geht übrigens auch! Wir wissen immer noch nicht, wie sie es machen….auf jeden Fall sehen trotz der für uns katastrophalen Fahrweise die Autos nicht so verbeult aus wie zB. in Paris oder Rom.

Auf jeden Fall geht auch jeder Horror mal vorbei und schon sind wir draußen aus der Stadt Richtung Huzhu zum Younding Tempel. Die ersten Gravelroads (Split) lassen Schlimmes ahnen. Gravelroad, gespickt mit Löchern, Baustellen und allen möglichen Verkehrsbehinderungen in Form von Autos (Wenden in 10 Zügen oder uuuuultra langsam), Tieren, Menschen, Staub etc.

Der Younding Tempel versetzt jedoch in eine andere Welt, eine buddhistische, in schönster Natur. Alle Eindrücke sind einfach nur schön und wir natürlich auch eine Überraschung für die Leute dort, die sich sehr über uns freuen :-).

Am Abend fahren wir unseren chinesischen Freund wieder zum Flughafen Richtung Hangzhou. Das war ein kurzes und schönes Wochenende zusammen!

Chaka Salt Lake/ Qinhai Lake 20.06 - 21.06.16

Über den Highway (beim Einfahren immer nur an den grünen Pfeilen einordnen, nicht am ETC Schild!) geht’s zum Chaka Salt Lake. Wir finden… viel Salz, Statuen, salzreichen Wind und eine "nicht von dieser Welt"- Atmosphäre.

Nach dem Besuch befinden wir uns bereits am ersten Pass und sind ganz stolz auf unsere 3817m, die wir erreicht haben.

Der Qinhai Lake, unser Abendziel, befindet sich in 3200-3600m Höhe und ist Chinas größter Salzsee mit 5694 qkm. Er beeindruckt mit seiner Weite und den mongolischen (?) Zelten, die überall zum Übernachten zur Verfügung stehen. Zunächst besuchen wir noch das Ufer, denn nicht überall soll der See zugänglich sein. Schon hier haben wir unseren Spaß mit all den Verkäufern, die natürlich in keinster Weise mit uns rechnen. Wir haben ein Quartier vorgebucht (in der Recherche sah es so aus, als gäbe es nur 2 Unterkünfte, haha…. ) und orientieren uns an den Km- Angaben am Straßenrand. Das Ergebnis: wir landen glücklicherweise bei den Nachbarn! Hier würden wir direkt bleiben ist unser Gefühl, alles ist unglaublich freundlich, Mensch, Tier, WC etc.! In unserem Quartier,- nicht das genaue Gegenteil, aber fast….vom knurrenden Hund bis zur ignorierenden Zeltherrin. Als wir erst mal essen statt einchecken sollen und dieses Suppengericht auch noch den 4- fachen Preis als gewöhnlich hat, ist alles klar, wir geben unser Geld woanders aus!!!

Heimlich wünschen wir uns eigentlich zu den Nachbarn und haben Glück! Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang winken sie uns tatsächlich heran und damit startet sicherlich einer der schönsten Abende der ganzen Reise. Soviel Gastfreundschaft und Freude die uns entgegenkommt sind ein Traum! Wir tanzen, trinken, reden (Übersetzer) bis tief in die Nacht und verabreden uns zum Verabschieden für den nächsten Tag.

Mit tatsächlich keinem Kater aber einem schönen Sonnenaufgang fahren wir zur vielbesagten Vogelinsel in Niao Dao. Tausende von Wildgänsen, Möwen, Kormoranen und Strandläufern sind angesagt, nur ist keiner zuhause, alle ausgeflogen! Scheint wohl schon zu spät in der Zeit…!

Dann eben wieder zu unseren vielgeliebten Nachbarn nochmal „Tschüß“ sagen und wieder zurück Richtung Xining.

Eines der ganz großen buddhistischen Klöster, das Gelugpa Kloster Kumbum (14-16. Jhdt.) in Huangzhong liegt da noch auf dem Weg…

hier leben nach wie vor Hunderte von Mönchen und ebenso viele Touristen!

Da wir schon gegen Abend hier sind, hält sich die Besucherzahl in Grenzen und der Besuch ist für uns eigentlich ein Genuss! Es gibt 9 geöffnete Tempel zu besuchen, alle unterschiedlich. Das Innere ist natürlich zum Teil bestaunenswert, aber es sind hauptsächlich die tibetischen Pilger, die den Besuch spannend machen. In einem Innenhof debattieren viele Mönche gleichzeitig, beklatschen oder abklatschen sich, ein noch nie gesehenes Ritual. An Tempeleingängen machen Tibeter ihre Verbeugungen oder laufen Mantra murmelnd um  die Tempel herum.

“ Om Mani Padme Hung“ sag ich da bloss, Mitgefühl für alle und natürlich auch für Einen selbst! Einen Medizinbuddha Segen nehmen wir uns auch noch mit, den können wir alle gut gebrauchen!

Ziemlich spät abends laufen wir in Guide ein. Unsere bisherige Reise hat sehr zwischen moslemischer und buddhistischer Bevölkerung gewechselt.

Die Städte scheinen überwiegend moslemisch!

Guide/ Lajia Si/ Huashixia 22.06 - 23.06.16

In Guide so sagt das Guiness Buch der Rekorde gibt es die größte Gebetsmühle der Welt!

Da wir angehende Gebetmühlendreher und –fans sind, können wir uns diese selbstverständlich nicht entgehen lassen. Dass Wetter ist schlecht,- gut für uns, denn dann sind weniger Besucher unterwegs.

Die Gebetsmühle ist 27m hoch mit einem Durchmesser von 10m, wiegt 200 Tonnen und wird mit Wasser betrieben. Zu dem Zeitpunkt unseres Besuches steht die Mühle still und was machen meine Helden??? Drehen erstmal eine Runde! Keiner hätte gedacht das Ding in Bewegung setzen zu können, aber es ist möglich. Ein ganz besonderer Moment!!! Stolze Helden !!! Echt cool!

 

Den Nachmittag befahren wir die S 101 auf der Hochebene und überqueren den ersten 4000m Pass. Überall Tibeterstände am Strassenrand mit Yakbutter, Yakyoghurt, Potenzwürmern etc.

Grüne Berge, ein wunderschöner roter Canyon, die S101 scheint die Route 66 der Qinhai Province

.

Gegen Abend erreichen wir Lajia Si/ Rabgya Gompa, bis hierhin war die Fahrt besser als gedacht!
Lajia Si ist ein wichtiger Ableger des Sera Klosters in Lhasa. Die Ansicht ist phantastisch und das Dorf bietet gute Möglichkeiten, sich mit allem einzudecken, was der Pilger so braucht (Mantrapapier, Räucherwerk, Verbeugungszähler, Thankas, Kleidung etc.).
Wir nehmen die erst aber nicht beste Unterkunft (die Toilette will keiner benutzen), das Auto ist gesaved („Aufpassen!“ sagen die Bewohner!) und essen gehen wir zu netten tibetische Didis

(tib.= Schwester), die sogar Wifi haben.

Aufstehen um 6 Uhr und los geht’s zum Tempel. So gut wir können gehen wir die Kora, natürlich büchsen wir hin und wieder wegen zu schönen Fotomotiven aus! ;-) !
(Kora= rituelle Umrundung eines buddhistischen Heiligtums, meisten als längerer Weg angelegt mit vielen Gebetsmühlen zum Drehen zwischendurch, verbindet die verschiedenen Tempel miteinander und kann schon mal 2-3 h dauern)

 

Weiterfahrt nach Marqin (=tib. Tawo, 3760m) am Nachmittag! Wieder geht es dorthin über einen Pass und diesmal sind wir ausgerüstet wie es sich für gute Autofahrer dieser Gegenden gehört….nämlich mit Mantrazettelchen, die am höchsten Punkt des Passes hohenbogens aus dem Fenster fliegen. Man komme uns nun bitte nicht mit Umweltverschmutzung! Jaaaa, ist es und wir haben Spaß dabei! Das nehmen wir uns heraus! Bringt nämlich den Fahrsegen aller Götter mit sich, den brauchen wir!!!

 

Nach Marqin ist Ende mit Route 66 und nun geht es endgültig in die Pampa!

Nachdem die eine Gravelroad als unpassierbar auf Dauer erscheint, geht’s nach ein paar Kilometern zurück und die andere entlang. Sicherlich definitiv die bessere Entscheidung!!!

Auch Mantrazettelsegen ist nur begrenzt :-) !

 

Auf 4677m erreichen wir unseren vielleicht höchsten Pass mit kurzen Blick auf den 6282m hohen Amnye Machen, den heiligen Berg von Amdo!

Eine Stupa Umrundung voller Glücksgefühlen trotz Atemnot beflügelt uns und wir setzen unseren 180km langen Gravelweg weiter fort, mit Murmeltieren, Geiern, Schlaglöchern, einem verpassten Pferdemarkt wegen Zeitnot und am Ende auch noch mit „Blechpech“!

„Hätte“ der Lkw sein Blech nicht verloren, „hätten“ wir auch nicht reinfahren können! Aber gut :-)! Gerade sitzen wir alle noch schön lethargisch im Auto und wünschen uns Teerstraße, da pfeift es ungehörig laut und sehr deutlich! Das macht fit! Ohne große Worte springen wir alle aus dem Auto und in Null Komma Nix ist der Reifen innerhalb kürzester Zeit gewechselt, Gepäck umgeräumt, alles Hand in Hand! Wir sind ein prima Team und haben alle denselben Gedanken: die letzten 30 km bitte kein Reifenplatzer mehr!!! Erschöpft, aber auch ein bißchen glücklich erreichen wir Huashixia (ca. 4300m Höhe). Dort hat man keinen neuen Reifen für uns, aber zumindest ein Bett zum Schlafen!

 

Die Nacht ist sehr unruhig für alle, die Höhe lässt grüßen. Wir sind keine Freunde des Schlafes über 4000 m und das werden wir noch häufiger feststellen.

Weg nach Yushu / Manimauer, Wenchen Tempel 24.6. - 26.06.16

Wirklich durch den Wolf gedreht, geht es am nächsten Morgen erst mal weiter nach Maduo in der Hoffnung auf einen neuen Reifen. Wir machen es wie alle anderen und fahren irgendwo eine Gravelroad hinauf. Dort sind wir tatsächlich auf einer Autobahn, die noch nicht fertig gestellt ist. Hier gehts ein bißchen schneller :-)!

In Maduo erfolgreicher Boxenreifenstopp (Yeah! Laßt den Tiger wieder aus dem Tank).
Weiter geht’s über unseren wahrscheinlich höchsten Pass auf 4829 m!
Wie das Glück es will, machen hier gerade zur selben Zeit 3 Minibusse Mönche ihre Pause und es kommt zu einem sensationellen und sehr lustigen Fotoshooting. Natürlich alles „Männersache“ aber ich kann in aller Ruhe und von außen die Situation genießen! Alle sind aufgeregt und überrascht! Sehr lustig!

 

In Xiewu finden wir leider nur das geschlossene, aber sehr idyllisch liegende Kagyükloster Duogan, dass wir trotzdem bewandern. Hier in Xiewu stehen die Ziegen noch auf der Straße und Dorfmittelpunkt ist ein buddhistischer Shop mit allem, was der Mönch so braucht!

 

Heute scheint übrigens Kagyütag…im weiteren Verlauf unserer Fahrt und kurz vor unsererm Tagesziel sehen ein altes vom Erdbeben beeinträchtigtes, leider nicht mehr zugängliches Kagyükloster und das dafür neuerbaute Donkha Monastry (Dang Ka Si) ein Dorf weiter.

(Kagyü ist neben Nyingma, Gelug & Sakya eine der großen Schultraditionen des tibetischen Buddhismus).

 

Die tibetischen fahnenbehangene Brücken deuten es an, wir sind nahe der Seng-ze-Gyanak Mani Mauer in Xinzhai Village.Eigentlich wollten wir nach Yushu zum Übernachten.

Nachdem wir jedoch die Atmosphäre hier wahrnehmen, sind wir einer Meinung! Wir bleiben hier und finden direkt am Platz auch eine wunderbare Unterkunft! Auto ausladen und eintauchen in die Kora der Pilger rund um die wahrscheinlich größte Manimauer ihrer Art. Sie stammt aus dem Jahre 1715 und soll mittlerweile aus  2.5 Mrd. Mantrasteinen bestehen. Nach dem schweren Erdbeben 2010 hat man sie wieder aufgebau. Ihr Anblick ist atemberaubend, die Atmosphäre treibt uns einfach nur ein „Freudestrahlen“ in unsere Gesichter! Toll!

 

Der nächste Tag hält ein ebensolches Highlight für uns bereit! Wir besuchen den Prinzessin Wenchen Tempel, ein kleines Tempelchen mit Bergkora drumherum, der im 7. Jhd. entstand. Die chinesische Prinzessin Wenchen bekehrte ihren Gemahl, den tibetischen König Songtsen Gampo zum Buddhismus und machten auf ihrem Weg von Xi´an nach Lhasa einen Monat lang hier „Halt“. Im Inneren ist Fotografieren verboten. Ein kleiner Raum mit heiliger Atmosphäre, einem Abbild des Königs und eines angeblich ohne Hände entstandenen Steinreliefs des Medizinbuddhas Vairacana/ Nampa Namse auf tibetisch. Das ganze Tal ist voller Fahnen und wir nehmen uns schön viel Zeit, diesen tollen Ort zu besuchen.

 

Auf dem Rückweg fallen wir noch in Yushu ein, das beeindruckend neu, modern und doch schön neu wiedererbaut wurde. Eine sehr große Touristeninformation thront in der Mitte des Ortes und sicherlich gibt es auch hier noch viel zu Entdecken. Ein andermal!

 

Zurück zur Manimauer zum letzten Rundgang und einem letzten Tsampafrühstück mit unserer Hostfamilie !

 

Ein Wort zu Tsampa: Tsampa ist geröstetes Gerstenmehl und wahrscheinlich DAS Grundnahrungsmittel der Tibeter. Ob in Indien, Nepal oder hier in China bereitet man einen Tsampabrei unterschiedlicher Konsistenz mit Tee und/oder Yakbutter, meist zum Frühstück oder als Zwischenmahlzeit. Das Schönste ist das „heilige“ Augenleuchten, das zu beobachten ist, wenn Tibeter von ihrem Tsampa sprechen. Ein heiliges Nahrungsmittel!!!

Yushu nach Manigange 26.06.16

Heute ist Fahrtag! 365 km in 9.5 Stunden! Wir sind natürlich schneller :-) !

 

Wir überqueren zunächst die Qinhai- Sichuangrenze und hattens uns fast schon gedacht.

Sichuan als reichere Provinz hat auch die besseren Straßen (zumindest die Hauptrouten :-) ).

 

Auf unserem Weg liegt Shershui mit seinem Shershul Monastry (1701 erbaut, größtes Gelugpa Kloster Khams) und wir haben Glück!

Ein Mönch öffnet uns den großen schönen Tempel, Fotoerlaubnis haben wir auch, was in der Regel nicht der Fall ist. Wir befinden uns wieder auf Hochebenen und fahren den ganzen Tag bis in den Bezirk Derge zum Dzogchen Monastry (1685 erbaut).

In Zhuqingcun (cun= Village) zunächst die wohlverdiente „Nudel“Pause!

Die Dzogchen Klostertradition ist eine Unterschule der tibetischen Nyingmatradition und zählt zu den 6 größten Nyingmaklöstern. Wie aus dem Märchen liegt es wunderschön von Bergen umrahmt und los ist auch nichts.

Wir exploren auf unsere Weise in Ruhe die Tempelanlage, finden viel tolle Sandmandalas versteckt in ihren kleinen Tempelhäuschen und die buddhistische Nase meines Bruders führt uns direkt in eine riesige Mönchsversammlung. Während ich als einzig Weibliche lieber vor dem Tempel den Mantragesängen der Tibeter lausche, geht Tom hinein. Große Überraschung beiderseits natürlich und ein Miteinander der letzten Minuten der Mönchgesänge! Nachdem sich die Halle lehrt, gibt es mal wieder eine deutsch tibetische Annäherung der ganz besonderen Art.

 

Letzer Fahrabschnitt des Tages ist der nach Manigange. Wir wollen noch bei Tageslicht den Xinluhai See (4017m) erreichen. Hier erleben wir einen wunderbaren Sonnenuntergang und einen Fleck Erde, der sicherlich für viele heilig ist. Eine Hammerszenerie läßt viele Pilger und Mönche  für Retreats hierher kommen! Kein Wunder!!!

 

Endlich wieder über 4000m übernachten in Manigange…!!!

Der Weg nach Sertar (und zurück :-))27.6. - 28.06.16

Nichts wie los am nächsten Morgen Richtung Garze/Ganzi, dass wir gegen Mittag erreichen. Das Wetter ist wechselhaft, die Stimmung bestens!

Das will sich später noch ins Gegenteil verkehren!!!

 

Nächstes Ziel ist Sertar oder auch Larung Gar, eine der größten buddhistischen Universitäten weltweit. Kurz hinter Garze geht’s in die Pampa, aber richtig! Übern Pass, Gravelroad bei Regen und Gewitter, wieder den Berg hinunter zur ersten Schranke! Wunderbar, man läßt uns ohne irgendwas problemlos passieren!!! „Nur 100 km gelöcherte Gravelroad“(6h) mit einem echten Höllenpass, ewig hoch und unbefestigt, durch schöne tibetische Dörfer aber auch an Nomadentribes vorbei…! Die Straße ist echt heavy und als das Navi 10 km bis zum Ziel anzeigt steigt die Stimmung. Eigentlich haben wir trotz wundervoller Gegend alle schon ziemlich die Nase voll vom Weg!

Jeder ist bereits geistig angekommen!

Als dann der „VoPo“ am nächsten Schlagbaum ankündigt hier gäbe es kein Durchkommen, wollen wir das zunächst gar nicht glauben!

Das kann jetzt echt nicht sein! Kein Zureden, Bestechungsversuch oder Überzeugungsarbeit per Translator, nichts hilft!

Nicht mal einen Schlafplatz gibt’s hier!

Foreigners not allowed to enter (Ausländer- kein Zutritt!!!!!!!)

Abends um 18 Uhr mit fast leerem Tank geht’s zurück! Das Einzige was man für uns tun kann sind 4 l Sprit aus der Colaflasche! Immerhin!

 

Ohhhhhhh, das schmerzt! Man beobachtet eine kleine, zunächst ziemlich stille Reisegruppe schweigend von dannen fahren! Krass-, damit hatten wir nicht gerechnet! Dass wir unglaublich Lust auf denselben Weg zurück haben brauche ich wohl an dieser Stelle nicht zu erwähnen!

Und nun geht’s darum, den anfänglichen Pass noch vor Dunkelheit zu erreichen! Den will keiner bei Regen und/ oder Dunkelheit fahren (es tröpfelt bereits!)

 

Helden des Tages….das sind wir, als wir nochmal zum kleinen Trost am höchsten Punkt des Passes einen Blick auf das ganze Bergmassiv geschenkt bekommen! Ein kleiner Trost! Dennoch glücklich, da zu sein wo wir gerade sind fahren wir die Passstraße heute zum 2. Mal hinunter!

„Dies wird eine Nacht im Auto“ wird ersetzt mit einem „Abend in Lhasa“, als wir tatsächlich noch beim allerletzten Licht einer Ansiedlung eine Bleibe für die Nacht finden und bei einem warmen Abendessen unter einem Lhasaposter sitzen!

 

Wenn nicht Sertar, dann halt Lhasa, haha, der Witz des Tages!!!

Danba und dieTürme von Suopo; Mount Yala, Bamei &"Huiyuan Tempel" nach Tagong  28.06 - 30.06.16

Anderntags nehmen wir den Shortcut zurück auf die G317. Dieser dauert dank der vielen Baustellen auch nochmal 2h und ist somit kein Shortcut jedoch eine echt sehenswerter Weg, der uns an versteckten 100 Stupas vorbeiführt.

 

In Luhuo angekommen geniessen wir erst mal ein wunderbares Frühstück und fahren Richtung Bamei. Heut scheinbar Stautag! Frech wie wir sind und gelernt haben zu sein, erdreisten wir uns an diesem vorbei zu fahren und ordnen uns relativ vorne mitein. Unser Glück, denn wir haben 2h zu warten bis es endlich weitergeht. Nur eine Baustelle!!!


Alle fahren Richtung Kanding, wir biegen nach Danba ab, in ein ewig langes schönes bergiges Tal, das uns von 3500n auf 1950m befördert! Jiaju, angeblich das schönste Dorf Chinas haben wir gelesen, ist unser Ziel.

Die Straße von Danba nach Jiaju verjüngt sich immer mehr, die Sonne senkt sich immer mehr und als es fast nicht mehr weiter geht und wir schon an unserem Weg zu zweifeln beginnen, treffen wir auf einem Stein sitzend „unsere Blume“ am Wegesrand! Die Dame hält noch ein kurzes Abendpläuschen mit ihrer Schwester! Gesucht und gefunden, unser neues Zuhause für eine Nacht!
Der Charakter unserer Blume…sehr hyperaktiv, weswegen sie mich noch am selben Abend zu ihrer Schwester macht, mich verkleidet und ich allen zu Ehren ein kleines Tänzchen wage ;-)!
Die Unterkunft ist wirklich sehr schön mit Ausblick in die Berge, vielleicht nicht das Schönste Chinas, jedoch gibt’s hier definitiv den besten „Tschinkajoe“, den selbstgebrannten Schnaps des Hauses, den wir auf unserer ganzen Reise getrunken haben!


Traumwetter und Traumtrip zu 700- 1200 Jahren alten Turmsilos nach Suopo am nächsten Tag! Auch hier wieder „Riesengeöttel und engste Straßen“ bis wir uns von einem Mopedfahrer leiten lassen, der uns direkt zu seinem Familienbesitz bringt. Haustürme waren Status, dienten als Silos und Orte für Rituale während die Stadttürme als Wachtürme dienten. Am Einbaum entlang kann man manche der 30-60m hohen Türme besichtigen.

 
Wir verlassen das tibetische Tal nicht noch ohne das kleine Dorf Dongguxian am Wegesrand besichtigt zu haben und erfreuen uns heute am Mt. Yala 5732m bei bester Sicht. Sicherlich auch ein toller Nationalpark, der eine Reise wert ist!

 

Kleine Abwege bringen uns zum Geburtsort des 11. Dalai Lama in Kezisi und dem kleinen Ihm zu Ehren gebauten sehr schönen Tempel, gefolgt vom Huiyuantempel, dem damaligen Sitz des 7. Dalai Lamas.
Der Huiyuantempel sei der Einzige vom chinesischen Gouvernment unterstützte Tempel in ganz China! Dementsprechend findet man hier auch chinesische Symbole wie z.B. den Drachen!

 

Unser geliebtes Bamei ist mal wieder verstopft und auch danach gibt’s nur Baustellen und Gravelroad bis wir abends Tagong (Lhagang) 3700m erreichen. Das erste Haus, das nach Hotel aussieht ist Unsers!!!

 

Noch einen kleinen Abendspaziergang? Ok…!
Die Sakya Klosterschule mit ihrem schönen Festplatz bereitet uns ein paar wundervolle, überraschende Abendstunden.

Thomas ist mal wieder Topmodel No 1 und alle haben ihren Spaß!

 

Tagong hat auch noch eine richtige Stadt! Diese Entdeckung überrascht uns bei der Abfahrt am nächsten Tag :-). Natürlich lassen wir uns einen Besuch im Kloster Lhagang nicht entgehen. Wir sind allerdings außerordentlich froh und zufrieden über unser ganz spezielles Tagongerlebnis am Vorabend!

Der Weg nach Bifengxia, Tianquan 30.06.16

Schon beim Verlassen Tagongs ahnen wir es, in Kanding ist es offensichtlich.

Wir haben die osttibetische Region Kham verlassen :-( !

Kanding schockiert uns bereits mit seinem Verkehr, hat jedoch noch tibetsches Flair. Die Straße Richtung Bifengxia/ Chengdu ist vollgestopft mit Verkehr und damit sind wir wieder in China! Scheibenwechsel und ein echter Kulturschock!


Mittendrin und am Ende des Tages stoppen wir in Tianquan!

Bei der Polizei müssen wir uns zunächst anmelden, um hier übernachten zu können. Überraschenderweise ist die chinesische Stadt Tianquan ganz idyllisch!

 

Der Weg nach Chengdu führt von hier nur über die G318!

Die Umgebung ist echt schön, felsige, grüne saftige Berge, jedoch die Straße mitsamt Verkehr ein Horror! Zwischendrin dann noch heldenhaft und vermummt diese armen chinesischen Fahrradfahrer auf dem Trip ihres Lebens!

Die G318 ist nämlich „die“ Straße von Shanghai über Lhasa in Tibet nach Kathmandu in Nepal!

Bifengxia und der Besuch der Pandas 01.07.16

Zurück zu Schönem! Angekommen in Ya`an kämpfen wir uns erst mal durch den Verkehr und weiter ins wieder grüne Bifengxia. Satte Bambuswälder überall! Im Naturpark selbst hilft und uns ein freundlicher Parkordner unsere schöne Unterkunft zu finden. Alles ein bißchen unübersichtlich hier! Wir haben die super Unterkunft mit super Essen und super Balkonabend "gezogen"!!!

Unser vorletzter Abend zu dritt!

 

Die Pandazuchtstation Bifengxia wurde 2008 nach dem schweren Erdbeben, das den ursprünglichen Wolong Panda Park schwer beschädigte, für den Tourismus ausgebaut und erweitert. Die Wege sind sehr begrenzt, Spaziergänge im schönen Gelände eigentlich nicht möglich. Ein Rundgang führt uns zu den Gehegen zur Besichtigung der Vorzeigepandas. Laut Karte ist der Park sehr groß und wir nehmen an, dass die über 100 Pandas, die hier leben hoffentlich ein schönes ruhiges Leben abseits von Besuchern führen.

Natürlich darf hier der Besucherpark drumherum nicht fehlen…

Brückchen, Wasserfällchen, Essenstände versüßen dem Besucher in dschungelartigem Grün den Besuch!

Leshan 02.07.16

Check in im Orange Hotel mitten in der Stadt Leshan, zum Glück mit Parkhaus!

Der Luxus hat uns wieder! Und wir die gewöhnten hohen Besucherzahlen an Sightseeing Spots!


Der gewaltigste Buddha der Welt (90 Jahre Bauzeit), 1200 Jahre alt und 71m groß, lädt zum Besuch ein!!! Gebaut zum Schutze der Schiffe im Jahre 723 n. Chr. sitzt er mächtig und erhaben an der Kreuzung des Min, Dadu &Qingyi Flusses in Leshan.

Da lohnt sich tatsächlich mal das Anstehen, um an der seitlich gelegenen Treppe die ganze Dimension dieses herrlichen Bauwerkes zu erfassen.

Die Schulterbreite umfasst 28m, die Ohren sind 7m lang, die Zehen ´8,5m groß!

Man kommt sich vor wie ein kleiner Wurm!

Na ja… und ist es auch :-) !


Nicht genug mit diesem beeindruckenden Monument! Rundherum im Park befinden sich zahlreichen Höhlen, Tempel und Gänge mit phantastischen Steinmetzarbeiten alter und neuer Zeit! Die Bilder sprechen Bände!!!

 

Ein gigantisches Erlebnis und definitiv eine der wirklichen Attraktionen Chinas!

Chengdu Airport 03.07.16

Der Sonnengott verläßt uns! :-(

Emei Shan 03.07. - 06.07.16

Aus dem Dreamteamtrio wird nun das Dreamgeschwisterduo und legt erst mal 2 Tage Fahrpause ein! Wir witzeln noch bei der Einfahrt nach Emeishan, als Umrisse des Berges schwach erkennbar sind:“mach mal schnell ein Bild“ und tatsächlich…

es soll das Einzige sein, das wir vom 3006m hohen Emei Shan diese Tage zu Gesicht bekommen.

 

Der Himmel weint berechtigterweise denn der wirkliche Sonnengott( Insiderwitz!) hat uns ja schließlich verlassen, unfreiwillig natürlich, denn die Arbeit ruft nach 2 herrlichen Reisewochen wieder!

 

Der Emei Shan ist einer der 4 heiligen buddhistischen Berge Chinas

(weitere:Putuo Shan, Wutai Shan, Jiuhua Shan) an dem der erste buddhistische Tempel im 1.Jh.n.Chr. errichtet wurde als der Buddhismus hier eintraf.

 

Ehrlich gesagt: wir geniessen uns und die Gegend trotz Regen, über den Berg können wir jedoch nicht sehr viel sagen!

Und außerdem: unsere buddhistische „Packung“ haben wir bereits hinter uns, die hier zu sehenden Tempel beeindrucken uns nicht mehr so sehr, sind sie doch eher auch taoistisch als buddhistisch!

 

Nach 3 Tagen Regen ist unser Auto sauber gewaschen und auf geht’s zu unserer gemeinsamen letzten Station!

Chengdu über Meishan 06.07. - 09.07.16

Die Autobahn Emei Shan- Chengdu sind wir nun mehrmals gefahren und jedesmal hat uns in der Mitte der Strecke diese schön verzierte Autobahnabfahrt mit ihren vielen braunen Schildern beeindruckt.

Braune Schilder zeigen generell Touristenziele an, verschwinden dann jedoch häufig im Wegesverlauf im Nichts oder verwandeln sich vielleicht in kleine chinesische Schriftzeichen, die für uns ja unleserlich sind.

Auf unserer Rückfahrt nach Chengdu bewähren wir uns noch einmal als „Braunschildjäger“ und besuchen bei strömendem Regen letztendlich den Sansouci- Park der Stadt Meishan als einzig gefundenes Ziel (eigentlich wollten wir auf einen ausgeschriebenen Berg!)!

Als „Braunschildjäger“ müssen wir uns also noch üben, immer wieder dasselbe Lied:

beschrieben, gesucht und nicht gefunden!!! :-)

 

In Chengdu sind wir dann wieder ganz “zuhause“! Wir haben uns im kleinen tibetischen Viertel eingemietet und streunen noch 2 Tage durch die Gassen mit ihren schönen tibetischen Läden und Restaurants und genießen Abendprogramm!

Alles Schöne geht einmal zu Ende und so ist Endshopping, Endpacking, eben alles mit End- angesagt…!

 

Trio, Duo, Single…als ich vom Flughafen Chengdu losfahre, will und kann ichs irgendwie gar nicht glauben, allein im Auto zu sitzen! Ganz schön leer hier drin!

Der Gedanke, nach unserem Superdreamteam jetzt noch eine Woche allein unterwegs zu sein um das Auto in Xining wieder zurückzugeben, ist erst mal ganz schön komisch, denn...

 

...es war sooo schön... !!!

Dujiangyan 09.07 - 11.07.16

In Dujiangyan findet man

 

das noch weltweit Einzige so funktionierende Bewässerungssystem seiner Art,

erbaut 300 v. Chr.!

 

10 000de Arbeiter formten aus wurmförmigen Bambuskörben gefüllt mit Steinen dieses System aus Schleusen, Kanälen und Wehren ohne Dämme, um den Fluß umzuleiten.

Ein architektonisches Meisterwerk des damaligen Präfekten Li Bing! Umgeben ist das ganze Gebiet von Bergen, Tempeln, Brücken, ein wirklich schöner Platz zum Lustwandeln!

 

Nach einer länger als gedachten Wanderung in diesem Gebiet lasse ich mich per braunem Schild (!) noch ins Pandavalley lenken. Die Natur ist wunderbar und wie es die Götter wollen, lande ich zufällig am Qingchen Shan. Kurzentschlossen bleibe ich hier, hier ists echt schön!

 

Seit 2000 Jahren ist der nur 1600m hohe Qingchen Shan ein spirituelles Zentrum der Taoisten. Überraschend viele Gingkobäume sind Bestandteil des dschungelartigen satten üppigen Grüns mit vielen Wanderwegen, Tempeln und dem kleinen See.

Leider besuche ich den mehr populären Teil Quian Shan, was allerdings eigentlich meinen Ansprüchen dieses „zufälligen Kurzabstechers“ absolut genüge tut.

Der Hou Shan sei der weitaus größere Anteil des schönen Berges der zum Wandern lohnt.

 

Hier komme ich gerne wieder her, immerhin ist der Berg tatsächlich nur 1-2h von Chengdu entfernt.

Jiuzhaigou; Anbei 11.07. - 13.07.16

Nachdem ich nun weitere Pläne für meine Reise gemacht habe soll ein Besuch im Nationalpark Jiuzhaigou mein nächstes Ziel sein. Das Naturschutzgebiet umfasst ca. 72000 Hektar und einen Raum von etwa 50km Länge und 20 km Breite. Da er etwas ab vom Schuß liegt fahre ich den ganzen Tag um ihn zu erreichen.

 

Schon die Fahrt dahin führt mich wieder zurück in tibetische Gefilde und meine Tagestour macht großen Spaß. Die Straßen sind gut, der Verkehr wenig.

Songpan ist eine Pause wert , hoch am Berg thront eine Burg, die Innenstadt selbst wirkt sehr traditionell von der Rikscha bis zu den Trachten der Bewohner.

Ein schönes Ziel für ein andermal mit mehr Zeit (ich habe doch keine Zeit :-))!

 

Von dort aus geht es am wohlriechenden blühenden Lavendelfeld vorbei downhill von 3500m auf 2500m. Die Fahrt erinnert ein wenig an die nach Danba, nur die Straßen sind breiter und besser. Angekommen in naheliegenden Dörfern entschließe ich mich 6km vor dem Parkeingang zu übernachten, da der Verkehr sich definitv staut. Dazu habe ich nun gar keine Lust mehr!

Es ist Urlaubszeit der Chinesen und dementsprechend viel los!

 

Der erste Bus (heute war ich Frühaufsteher) bringt mich vor allen Tourimassen an einen der beiden Hauptwege zum Pandasee und los geht’s mit meinem „Up& Downhill Walk“ entlang der wundervollen azurblauen Seen dieses Gebiets.

Auf der Straße ist die Hölle los (man kann zu jedem See mit dem Bus fahren und Chinesen laufen nicht gerne…), innerhalb der Seen ist man auf den Wanderwegen fast alleine. Echt traumhaft!

Wer schon mal an den Plitvitzer Seen in Kroatien war, weiß, von was ich rede.

Farben, Spiegelungen, Gerüche, Vögel, ein echtes Naturerlebnis.

 

Wären da die Besucher nicht!!!

 

Als ich zum höchsten Punkt, dem berühmten Langen See (Chiang Hai, die 2. Hauptroute) fahre, denke ich, mich trifft der Schlag. Hier ist definitiv das größte Menschenaufkommen dem ich jemals in China begegnet bin.

Das heißt… geistig umschalten und Chinesenstudie beginnen…nur so läßt sich das aushalten!

Hier gibt es noch den Pearlpool, ein kleiner mehrfarbiger Tümpel, um den sich alle versammeln, „It is Selfi Time“. Ein chinesisches Schauspiel, aber trotzdem: nichts wie weg hier!!!


Letztendlich laufe ich mal wieder viel mehr als ich wollte, nur kann ich nicht aufhören, „noch einen“ und „noch einen“ See zu besuchen! Also ziemlich „alle“ erreiche ich den Parkplatz und selbstverständlich fahre ich noch heute „raus hier“, das ganze schöne Tal zurück!

 

Noch weiß ich nicht wo ich schlafen werde, dass klärt sich dann an einem Monastry von Anbei, an dem ich freundlich abgewiesen werde, dort übernachten zu können.

Jedes Monastry hat meist ein paar Verkäuferinnen und als sie mich entdecken, soll ich nicht nur was kaufen (was ich auch tue ), sondern auch noch jemanden mitnehmen (was ich auch tue) und diese jemand lädt mich ein, bei ihr zu übernachten. Warum nicht!!!

 

Nun wird’s richtig urig und witzig für mich!

Die Dame, deren Namen ich eigentlich auch heute noch nicht weiß (wir kontakten uns in Abständen per Videochat, auch wenn die Kommunikation echt noch schlecht ist... ich lerne nun schon fleißig chinesisch) zeigt mir ihr Dorf Anbei, dreht mit mir die abendliche Gebetsmühlenrunde, kocht für mich, hängt mir ihre Ketten um den Hals ohne sie mir zum Verkauf anzubieten und freut sich einfach nur, dass ich da bin!

Übernachtung & Essen zahle ich natürlich und für mich bleibt es ein Erlebnis der besonderen Art! Das war eine schöne Zufallsbegegnung!!!

Hier wünsche ich mir wieder vorbei zu kommen!

Langmusi 13.07. - 14.07.16

Beschenkt mit guten Gefühlen und einem Tigeraugenarmband zum Abschied fahre ich Richtung Zöige. Eine kleine Altstadtrunde mit dem Auto (auch hier würde ich mal bleiben, interessantes Monastry…) und die übliche Mittagsnudelsuppe mit dem besten grünen Tee (gemischt mit Jasminblüten)!

Überall, eigentlich im ganzen Land bekommt man in Restaurants immer grünen Tee kostenlos zum Essen. Diesen muß ich erwerben, weil er außerordentlich gut ist. Wie gut, dass die Teefrau gleich gegenüber wohnt!!!

 

Am Abend erreiche ich mein Tagesziel Langmusi, ein amdo-tibetisches Bergdorf auf 3500m Höhe. Hier treffen sich die Provincen Sichuan und Gansu, deshalb gibt es auch 2 Teile der Stadt mit je einem Kloster! Dementsprechend tibetisch ist das Erscheinungsbild, mit vielen Mönchen, jedoch auch einer kleinen Moschée im Zentrum. Die Dorfstraße ist übersichtlich, hier gibt es sogar auch westlich erscheinende Cafés. Überraschung!!!


Eingebettet in kleinere Berge läßt es sich hier gut wandern. Ebenso gibt es hier noch ein besonderes tibetisches Ritual, die „Himmelbestattung“.

Schön gesagt werden Verstorbene sozusagen über den Magen der Geier in den Himmel entlassen...!


Da das Dorf soviel bietet und man immer etwas für das nächste Mal übrig lassen sollte, habe ich mich mit dem Besuch des Gansuklosters begnügt und das Sichuankloster nicht besichtigt.

Nach Aussagen der Bewohner sei dort der 5.Lama seit 300 Jahren aufgebahrt und Heiligtum des Klosters!

 

Ein echt außergewöhnliches Dorf!

Xiahe; Kloster Labrang; Grotten von Bingling Si 14.07. - 16.07.16

Auf der Hochebene Richtung Xiahe möchte ich noch vollständigkeitshalber den Boxenstopp von 2h erwähnen, der mich in jenes für mich namenlose Vogelschutzgebiet führt, an dem die Vögel wiedermal bereits ausgeflogen sind und es nicht lohnenswert ist, die Schilder der sonst zu sehenden Vögel zu fotografieren! Ein kleines Pendant zu unserem Vogelpark in Qinhai :-)...der Name ist Gansu Gahai Zecha Natural Reserve!

 

Der Rest der Anreise führt über eine angenehme Straße in das Gebiet der Graslands!

 

Nochmal übern Berg und schon bin fahre ich am Spätnachmittag nach Xiahe ein! Da steht es, frech und wunderschön umrahmt von Bergen mitten in der Landschaft, das Labrang Kloster.

 

Da ich mal wieder nicht weiß, wo ich übernachten werde, fahre ich die nächstbeste nach Häusern aussehende Straße hinein und was schaut mir entgegen ? Das Hotel Nirvana! Na, wenn das kein Zeichen ist...!

Dass es auch noch von einer Holländerin und ihrem tibetischen Mann geführt ist, macht das Ganze zu einem der besten Hotelaufenthalte der Reise.

Standard ist westlich, das Essen ein Traum!

 

Ein Abendspaziergang im Klosterareal zaubert ein breites Grinsen in mein Gesicht und erzeugt massenhaft Glücksgefühle über die vielen schönen Eindrücke der Mönche, Pilger und Touristen. Hier gefällts mir!

Die 3 km lange mit Gebetsmühlen versehene Kora um den Tempel zieht zahlreiche Besucher zu jeder Tageszeit an, das Klosterinnere ist erfüllt von buddhistischem Mönchsleben!

Mein ursprünglich geplanter Aufenthalt verlängert sich schon bei Ankunft um einen Tag und so bespreche ich mit den Insidern die Möglichkeiten der nahegelegenen Attraktionen!

 

Bingling Si, davon hatte ich schon gehört, sei Eine der wichtigen Tempelhöhlen hier in der Region. Vorbei am "Mekka" Chinas (= die Stadt Linxia, 1000 Moscheenstadt ) zum Stausee und von dort weiter mit dem Boot, da die Grotten nur per Boot und nur im Sommer besuchbar sind.

 

Hmmm,eigentlich ists ja auch hier sehr schön, aber: die Grotten kann ich mir nicht entgehen lassen!

 

Trotz Restzweifeln am nächsten Morgen steige ich ins Auto und fahre los.

Nur soviel: es ist die absolute Horrorfahrt der Reise, vielleicht meines Lebens! Dennoch, irgendwann nach dem Passieren der allerkleinsten moslemischen Dörfer mit sämtlchen Tagesbaustellen auf staubigem, lehmigen, löchrigen, steinigen "Straßen"(? S21 Countryroad?) sehe ich den Stausee Lijujiaxia in Ferne!

Dieser ist wiederum so schön, dass ich selbst das teuerste Charterboot meines Lebens nehme, um Bingling Si doch noch zu besuchen. Ich bin nämlich entgegen aller Aussagen die Einzige, die hier per Translator versucht, irgendeine Transportmöglichkeit zu organisieren. Zwecks Touristenmangel fällt das öffentliche und kostengünstige Boot natürlich aus!

Auch wenn es mir tatsächlich den letzten Pfennig aus der Tasche zieht, den ganzen mühsamen Weg will ich nun nicht umsonst gefahren sein!

 

Die Grotten selbst! In absolut toller Lage zwischen den Bergen entstand die erste Grotte am Ende der Jin Dynastie ca. im Jahre 420 n.Chr.!

Heute gibt es noch 183 Höhlen mit insgesamt 694 Steinstatuen und 82 Lehmfiguren in verschiedener Größe.

Bingling Si liegt geografisch genau in der Mitte sehr berühmter bekannter Höhlen in Afghanistan (Bamyan-die werden wir wohl nie sehen?), den Datong Höhlen Chinas (da waren wir schon ) und den Longmen Grotten Luoyang (siehe Luoyang). Ein Vergleich wäre mal interessant!!!

 

Ja, und ich bin nun auch mittendrin!

 

Da der Heimweg noch vor mir liegt, muß ich gestehen, überfliege ich die prächtigen Grotten ein wenig, denn der Rückweg ist lang!

Nach weiteren Infos vor Abfahrt finde ich tatsächlich eine Teerstraße und als ich ganz glücklich in einer Stadt meinen Geldbeutel wieder auffülle, verläßt mich das Glück auch schon wieder. Ende vom Lied:...nicht mal mehr das Navi weiß Bescheid wo es lang geht , da alle Hauptstraßen Baustellen sind.

Na ja, irgendwann, irgendwie klappts dann doch ( danke an alle an Straßenkreuzungen sitzenden Moslems aller umliegenden kleinen Gemeinden!!!) und voll erschöpft erreiche ich wieder Xiahe.

Ob ich mirs hätte sparen sollen? Ich weiss nicht, im Nachhinein ist immer alles besser :-) !

 

Der Erholungswert im Nirvana ist genial und am nächsten Morgen genieße ich nochmal Tempelleben im Labrang!

An der Hauptversammlunghalle gibt es für mich nochmal ein besonderes "Event". Zunächst "grölt"(er grölt wirklich!) nur ein Mönch vom Dach und einer singt Mantras vor dem Tempel, daraus werden dann 100 oder mehr Mönche, die geeint ein Mantra rezitieren bevor sie dann in Nullkommanix in den Tempel verschwinden. Ein interessantes Ritual!!!

 

Ja,es fällt ein bißchen schwer, zu fahren!!!

 

 

Tongren; Autoabgabe in Xining 17.07.16

Die Fahrt nach Tongren (Repkong) geht erneut ein schönes Tal entlang und

ich zäume sozusagen das Pferd nochmal von hintern auf mit 1h Gravelroad

am Wutun Si (Si= Tempel ) vorbei über Baustellenpfade nach Tongren hinein.

Eine größere Stadt und meine letzte Station!

Check in im tibetischen Hotel Rebgong Norbang Travel Inn (Prima!) und auf zur Stadtrunde!

 

Hier mischt sich auch die Bevölkerung wieder stark, überwiegend moslemisch und tibetisch.

Hatte ich schon erwähnt dass moslemische Restaurants meist sehr sauber und sehr gut sind?! Hier finde ich mal wieder Bestätigung!!!

 

Ein Besuch des Longwu Si (1301 erbaut, ziemlich "runderneuert") darf natürlich nicht fehlen, die meisten Hallen sind jedoch geschlossen.

Macht aber auch nichts, wir haben so viele tolle Eindrücke an Tempeln bekommen...!

 

Tja und dann ist es soweit! Meine Letzte Fahrt beginnt!

 

Auf der Fahrt nach Xining stoppe ich eigentlich ständig, um immer wieder "nochmal" ein letztes Foto zu machen.

So richtig zurück will ich nicht, das spüre ich sehr deutlich!

Aber es hilft ja alles nichts!

 

Eine kleine, nette Überlandfahrt auf der Suche nach einer Tankstelle versüßt mir nochmal die verbleibende Zeit und schon bin ich zurück am Flughafen Xining!

Die Autoabgabe erfolgt ohne Probleme und da bin ich wieder....

zu Fuß mit meinem Rollkoffer Richtung Flughafen unterwegs!

Ab nun wieder öffentlich....! ( siehe Huashan, Luoyang, Wudanshan !)

 

 

Das war ein genialer erster Roadtrip in China!

 

 

 

Hua Shan 18.07.-21.07.2016
Shaanxi Province

 

Der Huashan, einer der 5 heiligen Taoistenberge Chinas ist in einer Stunde per Schnellzug von Xi´an erreichbar und ein „Muß“ jedes Chinatouristen. Dementsprechend viel Touristen sind dort zu erwarten!
Da ich nicht auf der Flucht bin, macht mir zunächst auch das schlechte Wetter nichts aus!          Bei meiner Ankunft ist kein Berg zu sehen und ich vertage meinen Bergbesuch einfach auf den nächsten Tag. Der ist verregnet. Also Geduld und als der Tag darauf dann endich mit einem vielversprechenden Sonnenaufgang beginnt, geht’s los.
Glücklicherweise steige ich in den falschen Zubringerbus der mich zur teureren Westbahn bringt(Aufpassen bei der Buswahl!), jedoch bin ich vor allen Touris am Westpeak, bewandere in Ruhe Ost- und Südpeak und klettere den vielbeliebten „Plankenweg“ der auf 2000m Höhe das Adrenalin der gesicherten Neugierigen in Wallung bringt. Zwar sehe ich nichts mehr, es hat sich wieder zugezogen, aber der Gegenverkehr zum Nordpeak verrät mir: alles richtig gemacht!
 

Dort geht dann auch der Himmel für mich auf und zeigt mir den wunderschönen Huashan! Echt ein Traum und vielleicht das schönste Massiv (Granit) der bisher bewanderten Berge. Was auf den Bildern nicht zu sehen ist, ist der Zustrom der Nordbahntouristen, die mir am „Grat des blauen Drachen“, der Verbindung von Ost- und Nordgipfel, mit seinen 530 Treppen entgegen kommen. Stau auf dem Berg? Hier kannst du es erleben!
 

Der Weg ins Dorf ist lang (6h) und 2135m bergab bzw. treppab ( wir sind ja in China, dem Treppenland!) machen sich dann doch in den sonst beschwerdefreien Knien bemerkbar. Witziger weise hatte ich vorher gelesen, dass man evtl. den Einen oder Anderen rückwärts laufen sieht. Zunächst hatte ich mich noch gewundert, nun hab ichs auch ausprobiert J es hilft!!!

 

Mit Mordsmuskelkater geht’s am nächsten Tag weiter…!

 

Luoyang 1.4 Mill. Einwohner

Henan Province

 

Die in 13 Dynastien florierende Hauptstadt Luoyang am berühmten gelben Fluß ist mitsamt ihren Einwohnern ein sehr freundliche. Hilfsbereite Leute überall, vom Youthhostel übern Bus zum Taxifahrer, selbst an Straßenständen werde ich 2x beschenkt oder zum Essen eingeladen. Überraschende Atmosphäre hier!

Ein Rundgang durch die Altstadt erscheint als kleines „Pingyao“ und ich kann mir durchaus vorstellen hier abends auszugehen. Schöne Atmosphäre!

 

Mein Ziel hier sind die berühmten Shaolin Mönche in ihrem Monastry und die berühmten Longmen Grotten!

 

Schön am nächsten Morgen setzt man mich am Busbahnhof in einen chinesischen Tourbus und los geht’s Richtung Shaolin- Tempel. Man läßt mich tatsächlich aussteigen, weil ich natürlich ein chinesisches Touriprogramm so gar nicht gebrauchen kann und los geht’s für mich zu den Shaolin Mönchen.

Im teuren Eintrittspreis enthalten ist eine Shaolin Show und ihren Wushu/ Gongfu Künsten.      Da es draußen heiß ist, gebe ich mir gleich 2x die Show, deren verschiedene Darbietungen schon beeindruckend sind. Damit habe ich den besten Teil der Tour eigentlich auch gesehen.
 

Die Geheimnisse der Shaolin halten sich hier sehr verdeckt. Es gibt Schulen und auch eine Akademie (sogar die Älteste Chinas am Fuße des Taoshi Berges) an denen die langjährigen Schüler die Kunst erlernen.
 

Der besuchbare Bereich ist zwar schön angelegt mit Seilbahnen auf den Berg, jedoch bräuchte man mehr Zeit um die Gegend wirklich zu sehen. Vielleicht hält sich ja in den Bergen noch Spannendes versteckt, der Rest des Tempelgeländes ist eigentlich overcrowded, teuer und gibt mir persönlich nichts an Atmosphäre.
 

Davon hervorzuheben ist definitiv der kleine Stelenwald, sozusagen Friedhof angesehener Shaolin Mönche, der mich an Klein- Bhagan in Myanmar erinnert.
 

Erwähnenswert ist allerdings ebenso meine chinesische Reisegruppe, die mich tatsächlich wieder zuverlässig aufgabelt um mich mit zurück in die Stadt zu nehmen.
 

Die Longmen Grotten sind auch mit öffentlichen Verkehrsmittel gut erreichbar und haben sicherlich ein genauso hohes Besucheraufkommen. Dennoch haut einen die Atmosphäre hier und da echt weg.


Der Bau begann in der Wei- Dynastie 494 n Chr. nachdem die Hauptstadt von Datong (siehe Bilder Datong) hierher verlegt wurde. An den 2 Uferseiten sind die Höhlen zu besichtigen, die natürlich geplündert oder deren Statuen nur enthauptet vorzufinden sind, dennoch sind z B. die Tang- Figuren (672-675) im Tempel der Ahnenverehrung gewaltig und beeindruckend.
Die Westseite ist definitiv sehenswerter als die Ostseite und alles erinnert tatsächlich an die Höhlen in Datong, wobei hier vielleicht sogar noch mehr filigrane Steinmetzarbeiten zu sehen sind?!

 

Luoyang ist auf jeden Fall eine Reise wert und ich nachdem ich nun einmal das Geheimnis der Shaolin nicht ergründet habe, würde ich das nächste Mal den Song Shan mit seinen beiden Peaks Taishi- Shan 1494m und Shaoshi- Shan 1512m aufsuchen.

Der Wudhan Shan (Shan= Berg) ganz in der Nähe der Stadt Shiyan zählt offiziell nicht zu den 5 heiligen Bergen des Taoismus, dennoch, heilig ist er allemal und einer der Bedeutendsten in China!

 

Je nach Quelle, die man liest, hat hier im 10. oder 13.Jhd. der Mönch Zhang San Feng nach weicheren Quellen des Shaolin Kungfus gesucht und Tai Chi Quan entwickelt, das sich als Teil der Kungfu Kampfkunst versteht, um an innerer Kraft und Stärke zu gewinnen.

 

Hier finden sich neben den hier lebenden Meistern der Kampfkünste alle erdenklichen Menschen: normale Touristen, langjährige in-/ ausländische Schüler der verschiedenen Schulen, angehende Mönche, nach Unsterblichkeit strebende Langzeitbewohner,....auf jeden Fall Suchende!

 

Was ich hier suche??? Ich be-suche mein erstes chinesisches 10 Tagesretreat!
Seit langem interessiert mich Qi Gong!

 

Die Umgebung ist schon mal der Hammer, da bleibt dir die Luft weg, obwohl sie so gut ist!

Sattes Grün überall, Baumsterben Fehlanzeige! Darin eingebettet und versteckt viele kleine Tempelanlagen stets mit Kungfu Schulen versehen, die neben ihrem ernsthaften Training auch gleichzeitig "die Show" für alle übrigen Besucher sind.

So auch wir!

 

Worüber ich mir zunächst überhaupt keine Gedanken machte, ist der Fakt, dass dies hier für mich auch ein kleines Schweigeretreat wird, English spricht so gut wie niemand.

Glücklicherweise gibt es die Frau des Meisters (eine ehehmalige chinesissche Englischlehrerin) und noch 2 englischsprachige Frauen in meinem Kurs, die mich mit den allermeisten Infos versorgen. Glück gehabt! Ohne Oana aus Schottland und Li Bei aus Slowenien wäre der Infofluß weit weniger ausgefallen! Der Rest der Truppe, ca. 25 Leute, sind supernette Kids und erwachsene Chinesen! Auch ohne hier zu sprechen, fühle ich mich sehr wohl und weiß, dass dies wieder ein Anstoß zum künftigen Chinesisch lernen ist!!!

 

Nun: bei einem Retreat gehts ja auch um die Erfahrung und nicht nur um die Info!

Wir Westler sind ja alle immer sooo infofixiert....!

 

Mein Meister, seine Frau und ich :-) wählen die 5 Tiere des Qi Gongs während meines Aufenthaltes zu lernen! Gesagt, getan! Der Tagesplan beginnt ab 6 Uhr morgens und ist durchstrukturiert bis 20.30 am Abend.

Von den täglichen 6 Stunden Training sind sicherlich 2-3 Stunden Stehmeditation angesagt, zur Stärkung der inneren Kraft und definitiv spürbar zur Überwindung des "Schweinehundes". Interessant ist die Art und Weise der Stehmeditation, die mir gefällt, jedoch in ihrer Erklärung diesen Rahmen sprengt.

Das "Dao Yin" zur Beendigung ist nicht nur immer wieder "eine kleine Erlösung ":-))) sondern wirklich auch eine schöne Übung! Hier am Berg nimmt man gerne das Chi auf und verteilt es überall hin. Das macht Spaß und Freude!

Ansonsten lerne ich noch die 8 Brokate (Gesundheitübungen) und verschieden andere meridianausgerichtete Übungen, die zum Teil sehr interessant sind.

Die Erklärungen stöpsel ich mir zum Teil selbst zusammen, schließlich habe ich mir ja auch schon etwas Kenntnis über das Meridiansystem vorher angeeignet.

Der Meister hat ja nicht nur mich als Schüler :-)) !

 

Von meinen ursprünglichen 5 Tieren bleiben am Schluß aufgrund der ganzen anderen Übungen noch 2,5 Tiere übrig aber ich bin zufrieden !

Definitiv natürlich auch ein Grund wiederzukommen :-))) !

Dann bin ich bestimmt auch "chinese advanced" in meinem Sprachvermögen!!!

 

Alles in allem ein tolles Erlebnis und vorallem ein toller Platz, an dem es noch viel zu entdecken gibt!

 

 

Eineinhalb Stunden Flug von Hangzhou entfernt liegt an Ostküste der Province Shandong die Stadt Qingdao.


Wie die Überschrift schon aussagt, gibt es hier tatsächlich ein wenig deutsche Hinterlassenschaft. Kaiser Wilhelm war 1897 hier und gründete die Brauerei, Missionen und eine Universität.

Viele der westlich anmutenden kleinen Häuser erinnern uns an Bauwerke von zuhause.

 

Es macht Freude Qindao zu erkunden, jedoch lassen uns die ersten Bierboten und satte 40 Grad Hitze bald durstig werden. Im Moment findet hier das internationale und damit größte Bierfest Asiens :-) statt, das jährlich 3 Millionen Besucher anlockt.
Überall tragen die Chinesen hier in der Stadt ihre Biertüten durch die Gegend.
Bald schon finden wir ein geeignete Trinkquelle und nachdem sich uns auch noch 2 Deutsche (keine Biergesichter :-)) anschließen, ist der Tag besiegelt. Wir verbringen einen wunderbaren kulinarischen Tag mit Stadtbesichtigung und Besuch der Brauerei, die jedoch bereits geschlossen hat, als wir eintreffen. Egal, wir wissen ja wie Bier hergestellt wird und genießen die gemeinsame Bierprobe in den umliegenden Restaurants!

 

Leider gibt uns selbst die Touristeninfo die falsche Auskunft, das Fest beginne Sonntags (welches Fest beginnt schon Sonntags?), so dass wir neben einem Strandbesuch am nächsten Tag erst nachmittags auf dem Fest eintreffen.

 

Ob wir traurig sind, kein chinesenfeierndes, oktoberfestähnliches Fest bei Nacht erlebt haben?    Wir wissen es nicht! Zumindest haben wir Geld gespart, kostet doch die Maß auf dem Fest schlappe 10 Euro! Und wir hatten eine schöne Nacht mit unseren Berliner Jungs!

 

Auf jeden Fall scheint uns Qindao eine schöne Stadt mit sicherlich besuchbaren Stränden etwas außerhalb der Stadt. Wir schließen nicht aus, wiederzukommen. Wann? Keine Ahnung!

 

G 20 ...alles dreht sich um den G 20....man meint Hangzhous Name sei in dieser Zeit G20 !!!

 

Na ja, es ist natürlich etwas sehr Besonderes die 20 wichtigsten Präsidenten der Welt zu empfangen und natürlich deswegen auch kein Wunder, dass China als Gastland alles gibt, um sich von seiner schönsten Seite zu zeigen!

 

Zur schönen Seite gehört natürlich auch das Wetter und um das "schön "zu gewährleisten schließen bereits viele der "Versmoggerfirmen" schon 2 Monate vor dem Event !

Vergnügungsprogramme und "Rückführ-free-tickets nachhause" sorgen dafür, dass die Stadt zu diesem Zeitpunkt von 9.5 Millionen auf 4.5 schrumpft.

 

Und was sollen wir sagen: es gelingt!!!

 

Wir haben durchgehend 2 Wochen blausten Himmel samt Sonnenschein, am See ist man fast alleine und cruist mit dem Fahrrad durch autofreie Straßem mitten in der Stadt und/ oder sogar mitten auf den Fahrbahnen!

Echt stark und eine Zeit, in der man unbedingt in die Stadt und damit an den Westlake fahren möchte, weil es wirklich sooo schön ist!!!

(Normalerweise halten einen Massen von Besuchern und mittelprächtiges Wetter eher davon ab...!)

 

Witzig auch, dass wir Gebäude & Pagoden in unserer Umgebung entdecken, die bisher noch nie gesichtet wurden und das nicht aufgrund von Ignoranz sondern aufgrund fehlender Sicht !!! :-)))

 

Definitiv eine unvergessliche Zeit, die das Gefühl hinterlässt, wie schön "das Paradies auf Erden", nämlich Hangzhou wirklich sein könnte!!!

Schade dass nicht jedes Jahr G20 ist! Zumindest was das Wetter betrifft...!

 

 

Yunnan

 

Wiedermal ein Highlight unseres Chinaufenthalts und hoher Besuch, meine Freundin Rudi kommt uns besuchen!

 

Ein Grund mal wieder nach Shanghai zu fahren und neben dem üblichen Transport gibt es diesmal einen unerwarteten Geschwindigkeitsrausch mit dem Maglev Train, der Magnetbahn! 2 x am Tag beschleunigt er auf 430km/h und gerade will ich loslästern, dass das ja wieder bei 300km/h bleibt, da endet die erwartete Beschleunigung einfach nicht! Wow,cool!

 

Kein Wunder wir haben ja einen Sonnenschein dabei und schon im Gepäck und es kann losgehen mit unserer Reise für die nächsten 3 Wochen!

 

In Shanghai begeistert uns aufs Erneute der Bund, der Yuyuan Garten, Peoples Square mit Hochzeitsmarkt und das sonstige Treiben in der Stadt, alles noch im Jetlagrausch!

 

Sonntag abend bringen wir dann unsere Besucher"beute" nach Hangzhou in unsere Höhle.

Alle kulinarschen Köstlichkeiten darf sie erfahren, unser Lieblingskneipe, natürlich auch die Hefangstreet (wir lieben sie) und nicht zuletzt den schönen Westlake mit chinesischem Leben unter Echtheitsgarantie :-) !

 

Freitag abend nach getaner Arbeit gehts dann los mit dem Lucky Flieger nach Yunnan, südwestliche Provinz Chinas.

 

Kunming dient uns nur als Anflughafen und nach Mietung unsres Autos gehts in Richtung

Shilin in den Felsengarten.

Der Stoneforest erstreckt sich auf eine Fläche von 500qkm und der größten Teil ist seit 2007 Weltkulturerbe. Man nimmt an, das die Kalksteinformationen bis zu 270 Mill. Jahre alt sind. Wie man sich vorstellen kann, kann man hier den ganzen Tag lustwandeln...!

 

Am nächsten Morgen geht es weiter Richtung Süden und wir errreichen unser Tagesziel am Nachmittag nach einem kurzen Boxenstopp zur Nudelsuppe in Xinjie. Yuangyang ist bekannt für seine Reisterassen. Mehr oder weniger rund um das Gebiet ist eine Rundstraße angelegt die zu verschieden sehenswerten Spots führt. Wir kommen in Pugaolao unter , einem Dorf in Duoyishu. Das Schöne hier ist der englishsprechende Wirt (yuanyang.timeless@gmail.com) und das angenehme Dorfleben. Wir sind mittendrin!

Schöne Reisfelder gibts hier auch und das ohne Tourispot!

Sonnenaufgang in Duoyishu, Sonnenuntergang in  Bada, ein tolles Reisfeld"netz" in Laohuzui.

 

Heute ist auch der 24 ste -, Weihnachten!  Merry X-mas to everyone :-) !

Die Weihnachtsgans entfällt heute, die Gänse sind hier nämlich Oberaufpasser der Grundstücke. Und Weihnachtsente? Auch Fehlanzeige! Hier gibt es nur glückliche Enten, die von ihren Besitzer jeden Morgen zum Reisfeld gebraucht und abends wieder abgeholt werden.

 

Yunnan ist auch bekannt für seinen ethnischen Minderheiten. Hier in der Gegend seien überwiegend Hani& Yi aber auch noch viele andere Volksstämme (Dao, Miiao, Yiao, Jinuo,  etc).

 

Dementsprechend interessant ist für uns natürlich ein schöner Dorfmarkt. Kaum bist du 2 Stunden durch die Gegend geöttelt, schon bist du da, nämlich in Laomeng!

Wahrscheinlich ist die das beste Trachtenkunterbunt, das uns auf der ganzen Reise begegnet.

Dazu noch Aderlass und Zahnbehandlung auf offener Strasse.

Ganz schön schmerzfrei, diese Leute!

 

Aus Entspannungs- u. Zeitgründen und aufgrund der absolut uneinschätzbaren chinesischen Strassenzuständen mitsamt ihren vielen Baustellen entscheiden wir uns gegen Streetadventure und erreichen auf guter Straße am späten Nachmittag Honghe als Übernachtungsziel! Nachdem wir uns dann abends im Straßenrestaurant niederlassen findet unsere chinesische Umgebung zunehmend Interesse an uns und wir haben einen richtig spaßigen Abend!

 

Am nächsten Tag sind wir wieder auf Tour, und zwar auf der Autobahn nach Xishuangbanna. Eine gute Entscheidung!

 

Dort trifft uns dann der Schlag! Xishuangbanna- sieht thailändsch aus und spricht chinesisch!

Auf der anderen Flußseite vom alten Jinghong prachtet ein neuer Theravadatempel umgeben von großem Markt, Restaurants und vielen Unterkünften.

Alles neu, schön, sauber, elegant! Als Basisstation für unsere Ausflüge ist uns die Bequemlichkeit hier ganz recht! Highlife! Und jeden Abend gegrillten Fisch :-) !

 

Ganlaba/ Menghan, unser erstes Umgebungsziel entpuppt sich als Sightseeing Ort und sogenannter Dai -Minoritätenpark. Das Gute: er scheint sehr weitläufig zu sein, die Hauptattraktionen wie eine bunte Wasserfestvorstellung findet sehr zentriert statt.

Unsere Hauptattraktion in Ganlaba ist eigentlich die An-, und Abfahrt auf der wir neben Dörfern, Bananenplantagen, einen verfallenen besonnten alten Tempelhügel entdecken!

Der ist wirklich schön!

 

Tag 2 in Xishuangbanna führt uns zunächst mal ins berühmt berüchtigte Mei Mei Cafe mit anschließender Massage und tatsächlich geniessen wir bestes Thaifood zu Mittag. Der Nachmittag gehört dem Natural Reserve Forest. Ein ähnlich angelegtes Areal mit chinesischen Minderheitendorf der Aini mit künstlichem Wasserfall und Shows für die Touris. Irgendwie schön chinesisch halt! Diesmal liegt es im Dschungel (neben der Autobahn) und unser Highlight hier ist der Dschungelpfad durchs Dickicht am Spätnachmittag auf noch nie vorher gesehenen Bambuswegen. Hier sind wir fast allein, schließlich ist fast schon Abendessenszeit :-) !

 

Die Wälder sind hier wirklich prima, überall neben den Straßen, wenn nicht gerade eine Bananenplantage, sieht man dicksten Wald. Sieht undurchdringlich aus und wilde Elefanten hats hier vielleicht auch noch irgendwo.

 

Einen weiteren "Minoritätenpark" sparen wir uns nun !!! Auch die neuen Tempel sprechen uns nicht besonders an , wobei sie wirklich sehr schön aussehen.

Die Tageserfahrungen lehren uns: go offroad! Und da hier alles sehr weitläufig ist, lassen wir unser geliebtes Heim für 2 Tage alleine. Es geht in die Pampa! Pampa scheint in Yunnan relativ, hier wird gebaut, erneuert usw. !

 

Ziel ist die Grenze Myamnar/ Burmas und zunächst erst mal Xiding im Westen von Yunnan.Auf dem Weg kreuzen wir die Octagon Pagode in Jinzhen von 1701, die vielleicht älteste Holzpagode zumindest in Yunnan.

Xiding ist ganz nach unserem Geschmack, ein Dorf mit Landbevölkerung. Es gbt dann doch noch immer Neues zu entdecken wie den hiesigen Wildtierschamanen (oder so...) und den

umgefahrenen Marihuanabaum mit 8cm Stammdurchmesser :-) !

Auf der Suche nach dem ältesten Teebaum des Landes gehen wir dann ein wenig verloren,  aber auch das ist manchmal ganz witzig und schön. Neben zweifelhaften Aussagen (unser chinesisch ist eben nicht perfekt, sonst wäre ja alles zu einfach) hier in Bada landen wir schließlich on the top of a mountain und als sich endlich nicht mehr weiterfahren läßt (öttel,öttel) gehen wir zu Fuß.

Da entdecken wir ihn, mitten in den Teefeldern, schön groß, ja, das muß er sein!!!

Die einzig arbeitenden Menschen weit und breit belehren uns eines Besseren, den "Lao Cha Shu" kennt hier schließlich jeder. Der nette 65 jährige Herr deutet uns dann an, er könne ihn uns für Kleingeld zeigen und natürlich sind wir einverstanden!!!

Also, was wir direkt lernen: Alter ist keine Entschuldigung für nichts!

Schon rennt er los und wir hinterher....so kommen wir also auch noch zu unserer kleinen Dschungeltour, nur beeilen müssen wir uns halt ihm hinterher zu kommen! :-)

Schließlich finden wir 2 eingezäunte Teebäume mit Schildern versehen , schlappe 1000 Jahre alt und auch noch am Rande eines echt schönen Wasserfalles (alter Kriegsschauplatz wohl..).

Also den hätten wir mit der besten Beschreibung nicht gefunden,- ein Glücksfall!!!

 

Abenddomizil finden wir in Mengzhe, nicht ohne uns bei der Polizei anzumelden.

Ein bischen eine Rumpelbude, das Bad wird definitiv mit Schuhen betreten, aber egal!!!

Als wir uns erhoffen in der Bar gegenüber etwas zu essen zu bekommen, begrüßt man uns mit großem Hallo!

Diesmal reicht unser Chinesisch zu Pommes und noch mehr Pommes, Erdnüssen und Gurken :-).

Hhm, die anderen essen tolle Sachen! Wie auch immer, die Gastfreundschaft ist groß, zumindest , was die Trinkfreude betrifft. Rudi lernt chinesische Gepflogenheiten und neben auf den Boden spucken (das gefällt uns besonders) stößt man nicht wie in Deutschland gemeinsam an, sondern erhebt sein Glas und trinkt mit der ganzen Runde einzeln. Knallt mehr und macht echt schnell betrunken!!! Nichts wie weg hier, trotz netten Leuten nicht unser Ding!!!

Yipeeh , Schlaf in unseren doch sehr sauberen Betten!

 

Schon früh am nächsten Tag sind wir in Daluo, an der burmesischen Grenze, dem Jadesteinparadies schlechthin! Kennt man sich aus, ist hier sicherlich gut Geschäfte machen!

Ganz China steht auf Jadebuddhas als Kette..!

 

Hier in der Gegend haben wir ein Schild gesehen, das uns wieder in ein "Touridorf" bringt.

In Meng Jinglai, dem ersten "China- Myanmar" Dorf leben 111 Familien gemeinsam nach buddhistischer Theravada Tradition zusammen. Der die beiden Länder trennende Daluo Fluß umfließt das Dorf sozusagen und obwohl auch dieses Dorf sehr gut für den Tourismus vorbereitet ist, scheint der Spirit der einzelnen Leute hier doch noch ein anderer als in den bisher besuchten Dörfern zu sein. Wir geniessen den Besuch hier sehr, der Verkehr ist noch nicht zuviel und zu bewundern gibt es traditionelle Handfertigkeiten wie Töpfern, Papier machen, Samenschnitzen, Weben usw.!

Wir lustwandeln ein wenig und als es dann zu voll wird, sind wir auch schon wieder weg.

Auf dem Rückweg nach Jinghong unserer Basisstation gibt es nochmal ein

Fischerlebnis der besonderen Art, zubereitet und gegart in unserer Mitte!

 

Natürlich sind wir aus dem Zeitplan gefallen, macht aber auch nichts! Wir fahren durch die vielen kleinen Dörfer, alle im Modernisierungswahn und dann die Schlammpiste als Umweg und Abkürzung wieder in die Zivilisation. Eigentlich wollte die Fahrerin schon aufgeben, so am Ende des Tages keine Nervenkitzel mehr, aber als dann der Minivan an ihr vorbei rauscht (öttelt) kann sie das nicht auf sich sitzen lassen. Also , wenn der das schafft....! Und nach kurzem chinesischen Smalltalk zeigt er uns an, wir können ihm folgen. Yepp, und wieder ein Glücksfall!

 

Der 31.12.16, heute ist Silvester! Dieser Tag bringt uns den wunderschönen Tropischen Pflanzengarten oder auch Botanical Garden von Menglun. Ein optischer, haptischer und persönlicher Genuss! Wie könnte man 2016 besser verabschieden?!

Die Show sind neben dem tollen und traumhaft angelegten Pflanzen das angeblich

"tanzende Gras"!!! Ob mit Handy oder live, vielleicht ist den Pflanzen zu kalt, auf jeden Fall lasssen sie sich mit Nichts in Bewegung versetzen! Ein Gerücht??? Eine Sage???

Wir werden es nie erfahren! Auf jeden Fall geben wir international oder chinese- german friendship- mäßig alle unser Bestes und haben viel Spaß...!

 

Wieder zurück in Jinghong erwartet uns eine große Überraschung, große Vorbereitungen für Silvester wurden rund um den Tempel getroffen!!!

Und Feuerwerk, was wir gar nicht erwartet hatten. Schließlich feiern die Chinesen ihr neues Jahr im Februar! Wir verbringen einen wirklich schönen angenehmen Abend mit speziellem Silvesteressen, guten Wünschen und einer guten ersten Nacht ins neue Jahr hinein!

 

Der 01.01.2017, das Jahr des Hahnes! Micha und ich sind Affen und unser Jahr ist 2016 zuende gegangen. Schauen wir mal, was das Jahr des Hahnes bringt! In einem visuellen Spiel " Welche Wörter zeigt dir der Buchstabensalat zuerst" sieht Micha Peace, Health & Lie (Micha meint, Lie liegt an China, weil man hier das lügen lernt) und Sylvia Hen, Fee& Health!

Mal sehen, was das Jahr uns bringt :-))) !

 

 

Fast hätten wir uns daran gewöhnt, zu Dritt im Zimmer zu schlafen, da reisen wir wieder ab :-)!

Das Auto will abgegeben werden und der Flieger zurück nach Hangzhou wartet auch schon.

 

Letzter und unerwartet schöner Stop ist ziemlich nah an Kunming am Fuxin Lake mit weißem Sand und vorgelagerter Insel. Der Sonnenuntergang am See ist atemberaubend, das Essen lecker, ein Vogel singt für uns und es könnte nicht besser sein.

 

Danke Yunnan, ein wirklich schöner Eindruck ist entstanden!

 

2 Tage Hangzhou & Shanghai folgen noch, an denen wir uns selbst geniessen und dann fliegt der Sonnenschein wieder ab! Daaaanke, das du da warst!!!

 

Schön, euch zu sehen. Ich bin Michael Klar. Schaut euch ruhig bei mir um und lernt mich kennen. Damit ich weiß, wer mich hier besucht, könnt ihr mir gerne eine Nachricht über mein Kontaktformular senden.

 

Ich nehme mir immer mehr Zeit für ausgiebige Reisen. In meinem Fotoalbum zeige ich euch Bilder aus meinem letzten Urlaub. Schaut unbedingt mal rein.


Von China nach Deutschland

Coming soon !!!

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Michael Klar