Turkmenistan                                                              Zu den Bildern

Gesamtaufenthalt 24.-31.07.19

 

Nach Turkmenistan kommt man entweder nur per Transitvisa in den Iran oder beantragt ein Touristenvisa.

Bei Genehmigung eines Touristenvisas ist dann nur eine vorher bestimmte Tour durch Begleitung einer Travelagency möglich, also geführt. Bereits im April beantragt bekamen wir dann eine Zusage Anfang July, etwa 3 Wochen vor dem Grenzübertritt.

 

Turkmenistan ist sehr restricted, obwohl es auf den ersten Blick erst mal nicht so aussieht und im Gegensatz dazu erschien uns China fast als freies Land. Das ist schon eine seltsame Aussage!!!

 

24.07.19

 

Der Grenzübertritt Dashoguz ist relativ unproblematisch, zunächst müssen wir mit dem Bus 5km an den Checkpoint fahren. Wir unterschreiben insgesamt 16 Zettel für 142$ und dann wird gecheckt ob unser Guide schon bereit steht.

Alex begrüßt uns gleich mit "Moskau" von Dschingis Khan im Radio und los gehts im echt schnieken SUV Toyota Landcruiser, Sylvias neuem Lieblingsauto!  Auto mit Fahrer sind schon mal ein Hauptgewinn!

 

Erst mal Geld wechseln (1:3 auf der Bank; 1:12- 1:18 auf der Straße) und gleich in den Supermarkt, Proviant für unseres erstes Outdoorerlebnis shoppen, den eigentlichen Grund unseres Hierseins. Wechselt man übrigens in Turkmenistan Geld auf der Bank wird der ganze Aufenthalt ein sehr teures Erlebnis! Das nur zur Info!

(Bsp. 1,8 kg Fleisch kosten 68 Manat)

 

Bei Recherchen zu unserer Rückreise aus China hatten wir vom "Gate to Hell"/Tor zur Hölle gelesen, dem immer brennendem Gaskrater entdeckt, worauf unser Beschluss, das Land zu besuchen relativ klar war.

Über Konye Urgench mit Minaretten& Mausoleen aus dem 14. Jhrd. und einem Mittagessen im unbeschrifteten von außen nicht erkennbarem Restaurant erreichen wir am Nachmittag und nach etwa 400 km Davaza. Wir feiern zünftig unsere Ankunft in Turkmenistan mit Wodka, lernen Alexˋs Kräuterkochkultur und geniessen den Krater. Bei Tag sieht dieser schon wild aus, bei Nacht natürlich noch mehr ! Das es noch heißer als heiß ist kann man sich vorstellen und so kommt es, dass wir die wenigen Stunden auf der Matte vor der Jurte schlafen.

 

25.07.19 

 

Davaza hat noch 2 weitere Krater, einen mit blubberndem grauen Schlamm  und einen weiteren mit ständig kochendem Wasser so erfahren wir am nächsten Morgen. Alle sehen gefährlich heiß aus und man möchte ihnen nicht zu nahe kommen ;-). 

Mit guter Musik, - "Russenrap", fahren wir anschließend gen Ashgabat, der Hauptstadt Turkmenistans.

Bevor wir in die Stadt einfahren besuchen wir noch den 154ha großen Tolkuchka/ Altyn Asyr Bazar mit ca.2150 Geschäften. Hier werde ich erst mal beim Fotografieren von unserem Guidde zurückgepfiffen. Schon komisch wenn man gerade aus China kommt, dem Land in dem jeder alles, jeden und natürlich auch ohne zu fragen fotografiert. Witzig auch, das mein schönstes Fotomotiv (der Ziegenverkäufer) von selbst fotografiert werden möchte :-). Na, geht doch !!

Wir checken im wahrscheinlich besten Hotel der Stadt ein ( Ak Altyn)und begeben uns am nachmittag noch in Richtung Innenstadt, Regierungsviertel. Die Einheimischen haben geraten uns am besten von den weissen Gebäuden fernzuhalten. Als wir dort ankommen denken wir zunächst, es sei Feiertag o.ä., so wenig los ist hier. Das sei aber immer so, erklären uns die Zivilpolizisten, die an den Häusern verteilt sind und den Zugang verwehren bzw. auf jeden Fall Fotoverbot erteilen. Die präsidiale Sperrzone sozusagen!

 

Den Abend beschließen wir in einem schönen Cafe am Eck ganz in der Nähe unseres Hotels.

 

26.07.19

Schon ganz früh fliegen wir nach Mary um die 30 km entfernte Ausgrabungsstätte und einstige Oasenstadt Merve zu besichtigen. Eigentlich sind alle wichtigen Eroberer ( Alexander der große, Dschingis Khan, Timur etc.pp) hier gewesen und haben ihre Spuren hinterlassen. Verschiedene Kalas zeugen noch von dieser Zeit so z.B. die Erk- Kala oder die Gyaur Kala (=Pagan Burg) in der bei Ausgrabungen 1950 die berühmte Merve Vase in einer buddhistischen Stupa gefunden wurde.

Diese suchen wir leider im historischen Museum in Mary vergeblich, finden jedoch viele Fundstücke aus dem antiken Merve & aus Gonur Depe, einem Siedlungsgebiet der Karakorum Wüste aus der Bronzezeit.

Definitiv zu erwähnen und auch überraschend ist die sensationelle Selbstdarstellungsabteilung des Präsidenten als Beitrag zur jüngeren Geschichte Turkmenistans.

 

Die kleine, schöne russisch-orthodoxe Kirche mit seiner schwarzen Maria zeugt vom christlichen Leben des Ortes. Hier dürfen endlich mal fotografieren und werden auch noch dazu aufgefordert :-) . Das tut gut!

 

In einen großen schönen Shopping Center gehen wir noch ein wenig lustwandeln und kommen der Mode turkmenischer Damen etwas näher. Elegant und sehr besonders, wie wir finden.

 

Als wir am Abend in Ashgabat wieder in unserem Cafe vorbei schauen, ist dieses versiegelt. In kindlicher Neugier und aus Übersetzungsgründen fotografiert Sylvia natürlich gleich den Zettel der die Tür versperrt und nullkommanix ist auch schon ein Zivilpolizist vor Ort. Das Foto möchte bitte sofort gelöscht werden und auch aus dem Speicher des Telefons verschwinden. Gerade noch, dass ich mein Handy nicht aus der Hand geben muss! Ich kann das schon selbst und Glück auch, das es nur das Eine war! 

In solchen Situationen sind wohl schon ganze Sim Karten gelöscht worden. 

Augen auf und obacht!!!

 

27.07.19

 

Auf dem Weg nach Nokhur fahren wir zunächst nach Nisa einer alten Stampflehmfestung aus dem Mittelalter. Hier sind wir fast alleine und können in aller Ruhe die gut erhaltenen Mauer besichtigen. Diese Ruinen sind aus der neolithischen Zeit, d.h. aus der Jungsteinzeit und damit 11.500 Jahre v.Chr.! Man lese und staune!

 

Im Anschluß werden wir Fans schöner Moscheen. Wir besuchen die Turkmenbashi Moschee in der der erste Präsident seine letzte Ruhe (??) findet und die Geok Depe Moschee, deren Inneres sehr viel Raum zum Gebet bieten. Man kann sich die Kraft vorstellen, die entsteht, wenn jeder Platz besetzt ist. 

 

Jeder Turkmene würde sagen, das nun der eigentliche Höhepunkt des Tages kommt! Jeder Pferdeliebhaber vielleicht auch!. Wir besuchen eine Privatfarm für Achal- Tekkiner, wohl eine der ältesten Pferderassen der Welt die hier aus Turkmenistan stammen. Die Pferde haben super weiches Fell und stehen auf ganz schön dünnen Beinen. Definitiv ist natürlich die Eleganz der Bewegung hervorzuheben und zu guterletzt durfte Sylvia auch noch einmal eine Runde geführt auf einem Tekkiner reiten.

Danach gabs "Füttern der anderen Wüstentiere" des Hauses, nämlich der Dromedare. So schöne, gierige, weiche hungrige Schnauzen,- ein Riesenspass!!!  Ein sehr lebendiges Erlebnis hier auf der Farm!!!

 

Die Kov Ata Cave ist ein 60m tief unter der Erde liegender Thermalsee ( 230 m lang ,20m hoch ,57m breit) und weil man es halt tut, tun wir es auch! Was?

Die  276 Treppen hinab steigen um unten ins Wasser zu steigen, schön warm 35-37 Grad und auf dem Nachobenweg aufpassen, dass es keinen Kreislaufkollaps gibt :-))) ! Schwefelerlebnis der besonderen Art und natürlich auch interkulturell ein Erlebnis! Kaum schwimmst du mal 3m schon pfeifen dich alle zurück!

Schön, wenn auf einen aufgepasst wird ;-)

 

Nach all diesen Tageserlebnissen kommen wir gegen Abend in Nokhur bei einem turkmenischen Homestay an und dort wird es dann noch einmal richtig schön. Erstens ist es seit Tagen einmal ewieder ansatzweise kühler denn wir befinden uns am Rande des Kopet- Dag Gebirges auf 1100m und zweitens haben wir unseren Tisch hinters Haus gestellt und klönen mit Familienvater & Fahrer sozusagen bis zum Umfallen :-))) !

 

28.07.19

 

Nach einem schönen Frühstück besichtigen wir den außergewöhnlich Nokhur Friedhof, an dem 100e Graeber mit Hörnern von Ziegen an Holzpfälen befestigt vor bösen Geistern schützen und so einen guten Übergang ins Totenreich garantieren sollen. Sozusagen ums Eck gibt es dann noch heilige Plätze die für Kinderreichtum heilig sind, kleine Höhlen & ausgehöhlte Bäume. Nokhur und seine Bewohner sind von ihrer Kultur aus anders als die übrige turkmenische Bevölkerung erfahren wir von unserem Fahrer.

Der gelebte Islam hier sei mehr mit Anteilen des Animismus und Sufismus gemischt und auch Polygamie sei normal. So hat unser 40 jähriger Freund nämlich auch noch eine 2. Familie in der Hauptstadt erzählt er freudestrahlend. 

 

Anschliesend fahren wir nach Balkanabat (300 km) und gehen dort noch lecker turkmenische Hausmannskost essen!

 

29.07.19

 

Zunächst fahren wir über Stock und Stein zum schönen Yangy Kala Canyon, Kamele kreuzen die Strasse und irgendwie ist es eine andere Welt diese wilden Erhebungen inmitten der Wüste.

Turkmenistan besteht zu 70% aus Wüste aber hier erheben sich 60-100m hohe Gesteins"schuppen" in rosarot bis gelb die älter als 5 Mill. Jahr sind. Es dauert ein wenig bis man die tolle Landschaft erfasst hat und satt sehen        kann man sich eh nicht !

 

Unser Weg geht weiter zur nächsten Überraschung nach Turkmenbashy- Baden im Kaspischen Meer!

So Sauber, so blau, so weiches Wasser!

 

30.07.19

Genuß mit Meer in Turkmenbashy! Rückflug nach Ashgabat!

 

31.07.19 

Früher Flug nach Minsk Belarus

 

Von China nach Deutschland

Coming soon !!!

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© Michael Klar